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Dienstag, 13. Dezember 2005, 07:44 Uhr

Arnold, der Terminator

Zur Abwechslung mal kein Scherz: Arnold Schwarzenegger hat seit heute morgen schon drei Menschen auf dem Gewissen. Offenbar verwechselt er Film und Wirklichkeit. Jedenfalls macht er seinem Namen als Terminator alle„Ehre“.„Spiegel online“ schildert den Todeskampf von Stanley Williams, den Arnold hätte verhindern können:„Während des Vorgangs habe der angeschnallte Williams sich bemüht, seinen Kopf hoch zu halten, sagten die Augenzeugen. Der Todeskampf sei sehr dramatisch gewesen. ,Er bewegte seinen Kopf fast die ganze Zeit, dann wurde sein Atem ganz langsam.‘ Schließlich sei die Atmung ganz flach geworden, plötzlich habe seine Bauchdecke wie in einem Krampf massiv gezuckt. Dann habe er nochmals mehrere Minuten ruhig dagelegen, bis er schließlich gestorben sei. Um 35 Minuten nach Mitternacht (Ortszeit) zeigten die Monitore keine Lebensfunktionen mehr an. Von einem Gefängnisbeamten wurde daraufhin der Tod des Häftlings Williams verkündet.“ Schwarzenegger hat keine weiße Weste mehr.

Kommentare:

Mr. President (diverse), Dienstag, 13. Dezember 2005, 09:46 Uhr

Right or wrong – it’s my country.

 

JudgeMaster, Mittwoch, 14. Dezember 2005, 12:43 Uhr

Preisfrage für Historiker: Wann wurde auf deutschem Boden die letzte Hinrichtung vollzogen? Kleiner Tipp: Art. 102 GG: „Die Todesstrafe ist abgeschafft.“ Mal gespannt, ob und wer antwortet (und wie).

 

Schoko, Mittwoch, 14. Dezember 2005, 14:37 Uhr

Naja, Jungs, ich habe so ein wenig den Eindruck, wir werden hier mit etwas einseitigen Informationen gefüttert. Letztendlich hat der Herr ja vier Morde begangen (obgleich er das nie zugab). Und jetzt wird er dargestellt, als ob er ein Heiliger wäre. Das glaube ich nicht und es war auch kein Töten im Affekt. Kann ja sein, daß sich der Gute später gebessert hat, aber er hat einige Menschen auf dem Gewissen und das Leben von deren Angehörigen schwerst beeinträchtigt. Und von denen redet hier keiner, das finde ich nicht ganz richtig! Arnie hat sich bestimmt die Sache nicht ganz so einfach gemacht, wie es jetzt von interessierten Kreisen dargestellt wird, und ich persönlich kann seine Entscheidung durchaus akzeptieren!

 

Joe, Mittwoch, 14. Dezember 2005, 16:58 Uhr

Zu der Frage des namentlich nicht amtlich legitimierten „JudgeMasters“ (who the fuck is that?): M.E. scheißegal, wann die Todesstrafe abgeschafft wurde, es war jedenfalls ein klarer Fehler. Ich bin in eindeutigen Fällen eindeutig dafür. Setzt klare Zeichen und spart dem Staat eine Menge Geld. Unser Staat baut lieber Schwimmbäder im Knast und stattet die Zellen mit Farbfernseher aus für die lieben Knackis. Die müssen ja alle „resozialisiert“ werden, damit sie dann nach Verbüßung der halben (!) Strafzeit (bei Ersttätern) wieder auf die Menschheit losgelassen werden können. Oder aber bei den Päderasten und anderen Perversen nach günstiger Sozialprognose ... das Ergebnis ist dann fast immer in „Bild“ nachzulesen. Da wünscht sich mancher zu Recht einen Terminator!

 

Thumbmaster, Mittwoch, 14. Dezember 2005, 18:20 Uhr

Bullshit!!!!!! Das legale Töten als staatliche Sanktion auf abweichendes Verhalten (hier: vierfacher Mord) hat m. E. keinen Platz in einem zivilisierten Gemeinwesen! Strafrechtstheoretisch ist die Todesstrafe i. S. der sogenannten „Generalprävention“ unlogisch, da der, der eine Straftat begeht – so er noch bei Trost ist – selbstverständlich davon ausgeht, dass er nicht überführt wird. Im Alten Testament wird zwar die Formel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ gepriesen, hält jedoch für eine bibliche Legitimierung der Todesstrafe auch nicht her, da es an vorrangiger Stelle heißt: „Du sollst nicht töten!“ Und im pragmatischen Sinne kommt das legalen Töten eines Mörders auch ziemlich leichtgewichtig daher, denn: Es macht die Opfer nicht wieder lebendig! Vielleicht hat der in der Wählergunst stark gesunkene Arnie durch seine Entscheidung auch nur versucht, seine politische Karriere zu stabilisieren. In Kalifornien sind nämlich etwa zwei Drittel der Bevölkerung Befürworter der Todesstrafe. Außerdem darf davon ausgegangen werden, dass „Tookie“, dem in St. Quentin bestimmt kein Planschbecken zur Verfügung stand, als Kinderbücher schreibender Kritiker der gewaltgeprägten Lebenswelt von Streetgangs zweifelsfrei einen gesellschaftlichen Nutzwert gehabt hatte und auch weiterhin hätte haben können!

 

O' Hara, Donnerstag, 15. Dezember 2005, 05:53 Uhr

Das Thema für den Herrenabend am 16. Dezember scheint sich zu konkretisieren. Qualifizierte Teilnehmer bislang: „Who the fuck“ und „Bullshit“. Das übereilte Antworten meines „lieben Freundes“ Joe macht deutlich, dass man(n) man(n)chmal nicht so schnell schießen sollte. Ob es so „scheissegal“ ist, wann das Grundgesetz in Kraft getreten ist, weiß ich nicht. Für das Bewusstsein der Richter in diesem unserem Lande könnte es ggf. eine Bedeutung haben. Für die ganz eifrigen die Lösung der o. g. Frage. Einfach auf diesen Link klicken. Schöne Geschichte. Vielleicht bei einer irgendwann eintretenden Verfassungsänderung ein Nebenjob für qualifizierte Sportschützen?

 

Schoko, Donnerstag, 15. Dezember 2005, 07:33 Uhr

Einen vierfachen Mord als „abweichendes Verhalten“ zu bezeichnen, hat auch einen gewissen Charme. Ich hätte sowas eher in der „Harald-Schmidt-Show“ vermutet, aber wir Herrenwanderer haben ja auch Humor! Wenngleich mir persönlich dieser in der diskutierten Problemstellung ein wenig abhanden kommt – ich liege da eher auf der Linie von Richter Joe Wippich, wie gesagt „in eindeutig gelagerten Fällen“. Schade, daß ich morgen nicht kommen kann, Joe, Du scheinst mir Unterstützung zu benötigen!

 

Webmaster, Donnerstag, 15. Dezember 2005, 07:42 Uhr

Da es so schön zu dieser Diskussion passt, darf ich an einen – mittlerweile schon legendären – Ausspruch unseres friedliebenden Bushido erinnern: „Auf Dein Ableben!“. Die Todesstrafe scheint also auch im Freundeskreis längst legitimiert zu sein. Joes impulsive Reaktion lässt das von einem Richter zu Recht (!) erwartete Reflektieren leider etwas vermissen, allerdings brauchen Befürworter der Todesstrafe keinen Beistand, Schoko! Die werden sich schon zu wehren wissen. Und trotz zu erwartender hitziger Diskussionen wird Joe den Freitagabend überleben. Arnold ist ja nicht anwesend. Und jetzt noch mal im Ernst: Williams war seit 1981 im Knast ... das sind 24 Jahre. In diesen 24 Jahren hat er sich offenbar zum Besseren hin verändert. Das soll überhaupt nicht beschönigen, dass er wahrscheinlich vier Menschen auf dem Gewissen hat. Und ich stimme Dir auch ausdrücklich zu, lieber Schoko, dass unsere sensationshungrigen Journalisten hier (wie so oft) unausgewogen berichten und zu wenig an die Straftaten erinnern, die Williams wohl begangen hat. Zwar hat er das nie zugegeben, aber für Joe ist das bestimmt trotzdem ein „eindeutiger Fall, wo man eindeutig für die Todessstrafe“ sein kann. Ich bin auch nicht dafür, dass wir in Deutschland mit Knastbrüdern in vielen Fällen so extrem zaghaft umgehen (Plasmabildschirm, Festplattenrekorder, Solarium und Massagebank in der Zelle), aber die Todesstrafe ...? Das geht mir einfach zu weit, nicht nur aus religiösen, sondern schlichtweg aus menschlichen Gründen.

 

Thumbmaster, Donnerstag, 15. Dezember 2005, 20:56 Uhr

@Webmaster: „Thumbs up!“

 

Joe, Samstag, 17. Dezember 2005, 12:24 Uhr

Zu den Anmerkungen der letzten Zuschriften:
1) Zum „Thumbmaster“: Typisch soziale Soße eines Sozialpädogogen. Eine Auseinandersetzung auf gleich hohem intellektuellem Niveau würde den Rahmen hier sprengen. Ich jedenfalls bleibe bei meiner Auffassung und bin gerne jederzeit bereit, diese in einer mehrstündigen Diskussion zu vertreten.
2) Zu O' Hara (der diesmal erfreulicherweiser nicht unter irgendeinem Pseudonym, sondern unter seinem richtigen Namen geschrieben hat): Es ist sicherlich nicht scheißegal, wann das Grundgesetz in Kraft getreten ist. Das war oben aber gar nicht die Frage, sondern vielmehr wann auf deutschen Boden die letzte Hinrichtung vollzogen wurde.
3) Zu Schoko: Amicus certus in hora incerta cernitur (den sicheren Freund erkennt man in unsicherer Stunde)! Danke für Deinen Beistand, Bruder!
4) Zum Webmaster: Wenn Du Reflektionen von mir willst, Alter, schau einfach mal vorbei. Dann können wir gerne mal wieder über das Leben im Allgemeinen und die Spezies Mensch im Besonderen reflektieren.
5) Last but not least: Immerhin hat der Themenanstoß eines bewirkt – regere Beteiligung als sonst!

 

Webmaster, Samstag, 17. Dezember 2005, 14:07 Uhr

Mensch, Joe, 13:24 Uhr – und noch immer Restalkohol im Blut. Zum Glück bist Du gut nach Hause gekommen, Alter!

 

Thumbmaster, Samstag, 17. Dezember 2005, 19:47 Uhr

@Bewusstseinserweiterungsmaster: „Streite dich nie mit einem Vertreter des intellektuellen Pygmäentums, denn hierzu müsstest du dich auf ein Niveau begeben, auf dem er über mehr Erfahrung verfügt als du!“ Übrigens ... der Herrenwanderer reflektiert, aber: „die Reflexionen des Herrenwanderers ...“! > Quod erat demonstrandum!!! ... mit einem Schmunzeln auf den Lippen begebe ich mich jetzt in die Welt unzüchtiger Fotos ...

 

O� HaraMaster, Sonntag, 18. Dezember 2005, 20:48 Uhr

Lieber Joe, zu Deiner Antwort zu 2) hätte es doch einfach gereicht mitzuteilen, dass es nicht „scheissegal“ war, wann die die Todesstrafe abgschafft wurde = das GG in Kraft getreten ist. War Dir halt grade mal entfallen – is ja OK. Und bezüglich der zu beantwortenden Frage hätte Dir das mit dem GG einen Hinweis auf die andere Hälfte Deutschlands geben können ... Aber der Abend bot ja Gelegenheit, kleinere Lücken aufzufüllen – i.Ü. auch bei mir in Sachen fernöstlicher Weisheiten, wobei ich da immer unsicher bin, ob das nicht die ausgewogenen Gedanken einer geistigen Elite waren oder ob diese von Dir gut wiedergegebenen Gedanken auch Grundlage für ein „ganzes“ Gemeinwesen mit dem aktuellen intellektuellen Spektrum sein können?! Ich würde mich über einen gemeinsamen Abend sehr freuen, lieber Joe. Mitte Januar wäre OK!? Grüße an Dich und an all die anderen an- und abwesenden Wanderer.

 
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