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Freitag, 17. März 2006, 07:59 Uhr
�First in, first out“: O’ Hara von 480 auf 0!
Gestern saß ich ihm wieder einmal gegenüber (weil er mich – ganz nach der mallorquinischen Erfolgsmethode) zum Essen einladen wollte. Wir speisten Sushi und Soja im Asia Palace auf der Wiesbadener Taunusstraße ... und ich war stolz, sein Freund zu sein. Die Rede ist vom vielleicht effizientesten Richter Deutschlands ... sein Name ist Hara – O’ Hara! Er hat das Kunststück fertig gebracht, innerhalb von 15 Jahren die Zahl der von ihm zu bearbeitenden Fälle von satten 480 auf nahezu Null zu reduzieren. Mittlerweile arbeitet er nach dem Prinzip„first in, first out“ und lässt seine Kollegen damit vor Neid erblassen. Aufgrund seines von unbändigem Fleiß geprägten Einsatzes kann sich Richter Walther jedem Fall mit intensiver Aufmerksamkeit widmen (gestern beispielsweise war er vier Stunden bei Schießübungen im Schützenhaus am Schäferskopf Wiesbaden, um der Waffen-Mafia Deutschlands gekonnt das Handwerk zu legen).
Gegen die profunde Kenntnis unseres Richters in Bezug auf alle Lebenslagen kann mittlerweile kein Verbrecher mehr anstinken. Und experimentierfreudig ist er obendrein: Heute morgen will er erstmals ohne gesetzliche Grundlage, also rein nach dem gesunden Menschenverstand, urteilen. Es geht um die Frage, ob ein Türke, der ursprünglich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in eine vom Sozialamt zugewiesene Wohnung einziehen wollte, auch weiterhin dort wohnen bleiben darf ... nachdem er sich kurz vor dem Einzug von Frau und Kindern getrennt hat und jetzt in den vielen Zimmern nur noch mit seiner neuen Freundin haust. Originalton O’ Hara:„Da erübrigt sich das Aktenstudium; der Fall ist schnell geklärt“ ...„first in, first out“! Schon schießen Spekulationen ins Kraut, dass unser beleibter Herrenwanderer das„480 auf 0-Prinzip“ auch in anderer Hinsicht anwenden könnte. Auch wenn es derzeit nicht danach aussieht ... zuzutrauen wäre es ihm!
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Kommentare:
Joe, Samstag, 18. März 2006, 09:43 Uhr
Nicht, dass ich meinem werten und geschätzten Kollegen die Lobeshymnen neide. Aber die angeführte Statistik belegt nur, dass die beim Verwaltungsgericht im Grunde nicht viel zu schaffen haben. Denn ein solcher Abbau gelingt nur, wenn man jährlich nur etwa 10 Neu-Eingänge hat, so dass sich Altbestände trefflich abbauen lassen. Auch wenn reiche Sponsoren des Webmasters und Mallorcaner etwas anderes behaupten: Im Bereich der amstgerichtlichen zivilen Gerichtsbarkeit liegt der jährliche Eingang bei über 500 Verfahren pro Dezernat, der Abbau korrespondiert. Auf 15 Jahre macht dies mithin etwa 7500 erledigte Verfahren, und wer denkt, dies seien überwiegend Knüttel-Fälle, ist gerne zu den - öffentlichen - Verhandlungen eingeladen. Da ich den Herrn Verwaltungsrichter als fairen Gesprächspartner kenne und schätze, wird er all dies bestätigen können.
Webby, Samstag, 18. März 2006, 13:26 Uhr
Gut, dass ich vom VIELLEICHT effizientesten Richter Deutschlands gesprochen habe. Eine Einladung zum Essen (inkl. Getränke) könnte mich möglicherweise bewegen, dieses Urteil zugunsten eines anderen bekannten Juristen zu revidieren ... :-)
O� Hara (psych. Dienst, Herrenwanderer), Samstag, 18. März 2006, 15:25 Uhr
„How to buy friends“ – die Methode funktioniert! Habe den Webmaster mit „Sushi satt“ überzeugen können, eine Lanze für die Verwaltungsgerichtsbarkeit zu brechen. Für meinen weiteren wahren Freund Joe ist anzumerken, dass er natürlich (auch) recht hat. Nachdem die Asylbewerber das auf dem absteigenden Ast befindliche Deutschland sukzessisve verlassen, bleibt Raum für gründliche, zeitnahe und kundenorientierte Arbeit. So stellt man sich den Beruf idealiter vor! Ohne den Druck der Aktenberge, nicht als Hamster in der Mühle, sondern nur im Dienste der Gerechtigkeit. Die vier Stunden auf dem Schießstand waren ein Erlebnis des real existierenden Waffenrechts, wie es vorher im Grunde nicht vorstellbar war. Im übrigen laden ich gerne auch mal Titte und Joe gemeinsam zum „Kernforum-Meeting“ ein.
... nochmal O� Hara, Samstag, 18. März 2006, 15:28 Uhr
Ach ja, und wegen der von Joe benannten „7500“ fällt mir spontan ein Sponti-Spruch der 68er zum Thema freie Liebe (Kommune 1 mit Fritz Teufel, Rainer Langhans und Uschi Obermaier) ein: „10000 Schuß und dann ist Schluß“. Also, Joe, vorsicht! Nicht zu viel ...
Joe, Sonntag, 19. März 2006, 15:18 Uhr
... das war’n aber doch irgendwie andere Schüsse, oder? Außerdem handelte es sich diesbezüglich doch wohl eher um Durchschnittswerte ... ;-)