[ zur�ck ]

Dienstag, 13. März 2007, 07:23 Uhr

Militanter Richter telefoniert am Steuer

Nach dem keineswegs kopflastigen Eintrag, der die Herrenwanderer in den letzten Tagen beschäftigte (und manche – glücklicherweise – zum Kopfschütteln anregte), soll wieder Ernsthaftigkeit die virtuellen Kreise der Truppe bestimmen. Wie aus gut unterrichteten Quellen verlautbarte, gibt es nämlich offenbar Herrenwanderer, die aus Überzeugung am Steuer telefonieren und sich in dieser Beziehung dem Gesetz nicht beugen wollen (obwohl sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen, sofern nicht Nebentätigkeiten sie davon abhalten). Die Frage lautet nun: Ist solche Wurschtigkeit erlaubt? Gehört sie vielleicht sogar mit Kalorienentzug bestraft? Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften ...

[image]

Kommentare:

Joe, Dienstag, 13. März 2007, 14:57 Uhr

Wie paßt die Überschrift zum Beitrag??? – Davon abgesehen und um allen Spekulationen vorzubeugen: ICH bin nicht militant und übe auch keinerlei Nebentätigkeiten aus! Ergo käme damit allenfalls noch ein anderer aus unserem Kreise in Betracht, der aber doch wohl schon freiwillig auf Kalorien verzichtet. Oder bin ich nicht mehr auf dem Laufenden?

 

ww, Dienstag, 13. März 2007, 18:54 Uhr

Joe, warum so empfindsam? Hast du etwa ein schlechtes Gewissen? Erklär doch mal ...

 

O� Hara (Silencer), Mittwoch, 14. März 2007, 05:34 Uhr

Super – alles funktioniert, auch wenn man mal schweigt. Wolfgang, mein Vorbild, ich danke Dir!

 

Rambo-Webby, Mittwoch, 14. März 2007, 07:25 Uhr

Hey, Silencer, hat's Dir die Sprache verschlagen? Bist Du beim Telefonieren auf den Mund gefallen? Har, har, har ...

 

Joe, Mittwoch, 14. März 2007, 15:19 Uhr

Zu ww und den geforderten Erklärungen:

1) Ich bin Richter
2) Ich telefoniere mit dem Handy beim Fahren
3) Ich habe kein Unrechtsbewußtsein und kein schlechtes Gewissen dabei
4) Ich bin nicht militant
5) Ich habe keine Nebentätigkeit
6) Ich übe ohnehin bewußt Kalorienverzicht, jedenfalls in fester Form.

So, und nun erklär' mir bitte endlich einer die Konnexität zwischen der Überschrift und dem Artikel.

 

frank & frei, Mittwoch, 14. März 2007, 15:21 Uhr

Ich darf dem Gruppenältesten als Gruppenjüngster mal vorgreifen: Dein "militantes Verhalten" gegenüber dem Rechtsstaat äußert sich in den Punkten 2) und 3). So einfach ist das. Recht gilt nur, solange es dem Richter passt.

 

Joe, Mittwoch, 14. März 2007, 18:15 Uhr

An den Gruppenjüngsten:

a) ziviler Ungehorsam gegenüber fragwürdigen Regelungen hat noch lange nichts mit Militanz zu tun.

b) Die Schlußfolgerung vom Einzelfall (nämlich mir) auf meinen Berufsstand ist mehr als fragwürdig.

c) Eine stringente Erklärung des Zusammenhangs der Überschrift mit dem Artikel fehlt noch immer!!

d) Bei richtiger Subsumption der gegebenen Fakten unter den im Artikel erwähnten Tatbestand ergibt sich zweifelsfrei, daß bei dem telefonierenden, militanten Richter ein Kollege von mir gemeint ist, da ich - wie bereits ausgeführt - keine Nebentätigkeiten ausübe. Der schweigt wohl aus gutem Grund. SO einfach ist das!

 

Klugschei�er e.V., Mittwoch, 14. März 2007, 21:09 Uhr

zu a)
Fraglich ist in der Tat die Reichweite von zivilem Ungehorsam bei (selbst als) fragwürdig eingeschätzten Rechtsnormen mit Blick auf die dem Richter obliegende Gesetzesbindung; auch die dem "scharfen Schwert des Ordnungswidrigkeitenrechts" unterworfenen Gesetze, die er selbst vielleicht als entbehrlich erachtet, sind von einem Richter (leider) zu beachten.
zu b) und c):
keine Anmerkung
zu d):
Subumtion (d.h., das Unterordnen eines Sachverhaltes unter eine Rechtsnorm) schreibt man ohne "p" (vgl. statt vieler: Duden, Fremdwörterbuch, 8. Aufl. 2005, S. 1002).
zu e):
Nebentätigkeiten machen Spaß!

 

Konrad Duden, Donnerstag, 15. März 2007, 07:01 Uhr

zu d): "Subsumtion" schreibt man aber immerhin mit einem weiteren "s" nach dem "b" ... Du Klugscheißer!

 

Richter Webby, Donnerstag, 15. März 2007, 07:18 Uhr

Ich finde, die Kommentare unserer beiden Richterkollegen zeigen mal wieder, wie in Deutschland alles zerredet wird. Da beklagt man sich immer, dass hierzulande nichts voran geht, aber wenn mal von einem selbst Solidarität gefordert wäre (so nach dem Motto "Einfach mal mitmachen"), dann stellt man sich schnell quer. Das freilich ist kaum gesellschaftstauglich und zeigt, wie sich die oberen Kasten in unserem Staat halt einfach manche Freiheiten rausnehmen, wenn die nicht ins eigene Weltbild passen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ein Verkehrsrichter das Verkehrsrecht beugt (bevor er sich selber mal bücken, ähh: beugen muss).

 

Klugschei�er e.V., Donnerstag, 15. März 2007, 17:43 Uhr

1:0 für K. Duden, "Subumtion" ist "ohrtoprapisch" falsch. Zu dem vorher gehenden "orthographisch": Den Fehler habe ich schon 1977 bei der Korrektur einer Schulaufgabe von Bushido gemacht - lustig, was?
Ansonsten: Richter sind auch nur Menschen. Wir nehmen uns keine Freiheiten raus, sondern gehen das gleiche Risiko ein wie alle Verkehrssünder. Gesetze überzeugen eben nicht immer, bloß weil es Gesetze sind. Wenn 90% der Deutschen vernünftiger Weise für ein Alkoholverbot für Kinder sind, gibt das noch lang kein Gesetz (Einfluss der Alkopop- und Schnapslobby etc.). Wenn 90% das Handyverbot im Auto für sinnlos halten (Rauchen u.a. Ablenkungsmanöver sind ja auch nicht normiert) bleibt das Gesetz dennoch bestehen. Das ist Demokratie. I.Ü.: Vielen Dank für die "Obere Kaste", aber ich glaube, da unterliegst Du einer freundlichen Fehleinschätzung...

 

Friss Schei�e e.V., Donnerstag, 15. März 2007, 19:30 Uhr

Shit, Du hast mich überzeugt!

 

Roy Bean, Donnerstag, 15. März 2007, 19:33 Uhr

Bei mir gibt es immer nur knallharte Supsumptionen!!

 

Judge Dredd, Donnerstag, 15. März 2007, 19:55 Uhr

zu "Richter" Webby:

1) Amtsanmaßung ist strafbar, also Vorsicht!

2) Das Motto "Einfach mal MITMACHEN" dürfte schon aus dem Grund an der Sache vorbeigehen, da ja gerade NICHTS gemacht werden soll, nämlich NICHT mit dem Handy telefoniert werden soll während des Fahrens.

3) Die oberen Kasten im Staat mag es in Indien geben, hierzulande spricht man allenfalls von Schichten.

4) Es verwundert das starke Engagement mit eingeforderter Solidarität im Bagatellbereich (blödsinniges Handyverbot), wo es wahrlich wichtigere Dinge mit Solidarbedarf gäbe, z.B. bei der besch... Entlohnung der Ärzte in Hessen und die daraus resultierenden Versorgungssituation im Gesundheitswesen.

5) Auch die falsche Verdächtigung mit einer rechtswidrigen Tat (hier: Rechtsbeugung) ist strafbar, also nochmals Vorsicht.

 

WebMASTER!, Freitag, 16. März 2007, 07:40 Uhr

Zu „Judge Dredd“:

0) Freie Meinungsäußerung bedingt auch eine zweifelsfrei erkennbare Identität. Alles andere sich hohle Drohungen (möglicherweise mit latent militantem Potenzial)!

1) Da sich heute jeder sein Gesetz selbst machen kann (ob mit oder Handy), darf auch jeder Richter sein.

2) Wirres Gerede, haste gesoffen oder was?

3) Ich denke, in Deinem „oberen Kasten“ ist schon angekommen, was ich meine. Oder war die (mobile) Verbindung unterbrochen (weil Du gleichzeitig lenken wolltest)?

4) Ablenken – altbekannte Methode bei Handyfahrern, wenn die Argumente ausgehen.

5) „So, so, da wolle’ Sie unser’n Hund beiße’ – sind Sie vorsichtig: Der beißt auch!“ (Zitat meines Opas Adam Herbert, Ehren-Oberturnwart und Freund des alten Krebses). Also: Vooooorsichtttt!

 

Solutions Inc., Freitag, 16. März 2007, 07:45 Uhr

Bevor Sie sich schwarz ärgern, hätten wir was für Sie:
[image]

 

The Observer, Freitag, 16. März 2007, 09:27 Uhr

0) ..Alles andere sich hohle Drohungen

2) Wirres Gerede, haste gesoffen oder was?

4) Ablenken – altbekannte Methode, wenn die Argumente ausgehen.

-> Die Zitate sprechen für sich!!

 

Jura-Lobby e.V., Freitag, 16. März 2007, 10:14 Uhr

Richter Deutschlands, vereinigt Euch!

 

The Ultimate Webby, Freitag, 16. März 2007, 10:25 Uhr

Also, Jungs, da mir hier niemand zur Seite springt (seltsam: bislang keine Kommentare von meinen Freunden „Blähhuhn“ und Bushido), möchte ich hiermit in aller Form bei den Richtern in unserem Freundeskreis um Entschuldigung bitten und dabei offiziell zum Telefonieren am Steuer aufrufen. Jeder hat ja so seine Marotten: Ich beispielsweise sehe nicht ein, warum ich nicht über rote Ampeln fahren soll (wenn sowieso keiner kommt). Und das Zahlen von Steuern werde ich auch demnächst einstellen: Ich seh's einfach nicht mehr ein, zumal die da in Berlin ja sowieso nur Scheiße bauen. Und Drogen gehören auch legalisiert, jeder braucht doch mal 'n ordentlichen Schuss Glück, oder? Und „gewaltige Online-Games“ sollten wir auch nicht verbieten, diese Überreglementierung geht mir immer mehr auf die Nerven. Vorbei sind die Zeiten, da mich die Reaktion von Judge Dredd auf eine Anfrage von Big Bushido verunsichert hat, als seinerzeit dessen Kollege mit erhöhter Promillezahl am Steuer erwischt wurde. O-Ton Joe (Verkehrsrichter) damals mit bedenklichem Ton in der Stimme: „Drei Bier, Thomas ... das ist tatsächlich sehr viel“. Schön, dass es andere Bürger unseres Staates gibt, die sich völlig bedenkenlos nach mehreren Caipis ans Steuer setzen können/dürfen (und dabei dann ggf. auch noch telefonieren). Es lebe der freie Rechtsstaat! Oder anders ausgedrückt: „Das bißchen Rechtsstaat, in dem ich lebe, mach' ich mir selbst“. Es ist wirklich wahr: Richter sind auch nur Menschen!

 

The Judicial Tribune, Freitag, 16. März 2007, 14:24 Uhr

Wirrer Werbefuzzi verunglimpft Justiz - schuldfähig?

Wie sich im Rahmen eines wegen mehrerer Vergehen gegen F.T.H., Inhaber einer Werbefirma in W. eingeleiteten Ermittlungsverfahren ergab, ist der Betroffene offenbar geistig verwirrt. Abgesehen von immer unverständlicheren Beiträgen in einem Internetforum (Zitat:" Ich seh's einfach nicht mehr ein, zumal die da in Berlin ja sowieso nur Scheiße bauen. Und Drogen gehören auch legalisiert, jeder braucht doch mal 'n ordentlichen Schuss Glück, oder?") gab er bei seiner Vernehmung an, er mache stets einfach alles mit, was die Solidarität so fordere. In der Stadt fahre er mit seinem 5er BMW niemals schneller als 50, und bei seiner Steuererklärung gebe er jeden einzelnen ehrlich verdienten Cent an. Die oberen Kasten im Staat seien dagegen militant und beugten das Recht, das sie selber machten ...Nun soll ein Gutachten den Geisteszustand des Mannes untersuchen. Falls dieses allerdings ihm keine Schuldunfähigkeit bescheinigt, bleibt ihm nur noch die Hoffnung auf einen milden Richter. Ob der jedoch angesichts der Verunglimpfungen "Ihr militanten Rechtsbeuger, Ihr!" Gnade vor Recht ergehen lassen wird, erscheint fraglich.

1 2 »

Kommentar schreiben:
Name:  

Admin-Login