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Dienstag, 13. März 2007, 07:23 Uhr
Militanter Richter telefoniert am Steuer
Nach dem keineswegs kopflastigen Eintrag, der die Herrenwanderer in den letzten Tagen beschäftigte (und manche – glücklicherweise – zum Kopfschütteln anregte), soll wieder Ernsthaftigkeit die virtuellen Kreise der Truppe bestimmen. Wie aus gut unterrichteten Quellen verlautbarte, gibt es nämlich offenbar Herrenwanderer, die aus Überzeugung am Steuer telefonieren und sich in dieser Beziehung dem Gesetz nicht beugen wollen (obwohl sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen, sofern nicht Nebentätigkeiten sie davon abhalten). Die Frage lautet nun: Ist solche Wurschtigkeit erlaubt? Gehört sie vielleicht sogar mit Kalorienentzug bestraft? Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften ...
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Kommentare:
Bl�hh�hnchen B., Freitag, 16. März 2007, 14:29 Uhr
Hey, hey, laßt man unseren Webby gehen. Der kandidiert doch gerade für: Deutschland sucht den Vorbild-Bürger!
F.J.Wagner, Freitag, 16. März 2007, 15:03 Uhr
Darf ich die offenstehende Seite für meine Zeitung als Schlagzeilenfundus verwenden? Würden die Richter ggf. ihre Aussagen in der Öffentlichkeit wiederholen wollen?
Big Webber, Freitag, 16. März 2007, 17:53 Uhr
Hab' mir gerade wieder 'nen Joint gedreht. Muss einfach lockerer werden. Darf mich nicht mehr so sehr über die niederen Kästen demolieren, ähh desavouieren ... ähhä ... echauffieren, meine ich. Wer aus der Reihe tanzt, muss zurück ins Glied. Und ich muss ja zugeben, dass ich mit meinem BMW manchmal 51 km/h innerorts fahre. 'tschuldigung! Jungs, lasst Gnade vor Recht ergehen ... ich schenk' Euch auch jedem ein neues Handy!
The Insider, Freitag, 16. März 2007, 18:19 Uhr
Eine Sicherheitslücke - Who the Fuck is F.J. Wagner?? Ich kenne nur F. Bach, und zitiere: hau bloß ab, Du Stück Sch...
Zu Webby: Na also, es geht doch! So isses schon besser. Immer schon cool bleiben und entspannen.
O�Silencer, Samstag, 17. März 2007, 09:57 Uhr
Ja super - es geht also auch ohne mich. Das Forum lebt. Übrigens: "F. J. Wagner" ist ein Kolumnist der Bild-Zeitung (Chef-Moralapostel oder so ähnlich). Freund Franks leichtfertiges Schenkungs-Versprechen bzgl. zweier Handys ist natürlich ohne notarielle Beglaubigung unwirksam. Verboten ist es dennoch nicht (hä, hä). Ich hätte dann gerne ein Nokia 9300 und verspreche (auch unbeglaubigt), dass ich es nicht während des Autofahrens benutze...
Alice Schwarzer, Samstag, 17. März 2007, 10:30 Uhr
Ich breche nur zu gerne einen Phallus für den frauenfeindlichen Schmalspurrichter aus der südhessischen Provinz. Denn als Vertreterin der unterdrückten 50 % der Weltbevölkerung setze ich mich schon immer gegen unterdrückende Reglementierungen patriarchalischer Herkunft ein. Warum soll frau als Automobil steuernde Verkehrsteilnehmerin nicht gleichzeitig auch ein keinen Aufschub gestattendes Telefonat führen dürfen, nur weil dem fiktiven Durchschnittsmann - und eben dieser wird doch meist bei der Ursprungsüberlegung dem Gesetz als verschriftlichte Schlussfolgerung zugrunde gelegt - dies nicht zugetraut wird. Es ist erwiesenermaßen doch so, dass die Durchschnittsfrau - konditioniert durch die multifaktorielle Belastung bei ihren Alltagsgeschäften - im Gegensatz zum durchschnittlichen Vertreter des "starken" Geschlechts sehr wohl in der Lage ist, mehrere Dinge zeitgleich und fehlerfrei verrichten zu können. Der Richter hat Recht bzw. recht (nur rein präventiv: beide Schreibweisen sind nach der Rechtschreibreform g-l-e-i-c-h-b-e-r-e-c-h-t-i-g-t richtig). Und er ist militant, und das ist gut so. Militant in der Bedeutung von streitbar imponiert mir nämlich sehr. Denn: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt !!!
Silencer in Motion, Samstag, 17. März 2007, 13:32 Uhr
Wer hat das Mädchen reingelassen? Und... hat jemand ein Bild von ihr?
Joe, Samstag, 17. März 2007, 14:52 Uhr
Alice Schwarzer - der beste Beitrag seit Langem (oder langem, eh Wurscht).
Jedenfalls: Recht und recht hat sie!!! (An einem Foto wär übrigens auch ich interessiert, bisweilen mag ich dominante Frauen ....)
WW, Sonntag, 18. März 2007, 04:27 Uhr
Joe, auch nach 28 Einträgen im Logbuch keine Erklärung, warum du so empfindsam auf die einleitenden Worte reagiert hast. Wenn du kein schlechtes Gewissen hast, warum dann die Aufgeregtheit? Unsachliche Anwürfe und zusammenhanglose Überschriften sind doch hier unser täglich Brot und werden damit als Ausrede nicht anerkannt.
Aber hier die nächste Frage: Hast du schon mal so einen Telefonsünder verknackt (und sei es auch nur einen eh SCHULDIGEN Audi-Fahrer)?
Webby (nach dem Rausch), Sonntag, 18. März 2007, 10:12 Uhr
Unglaublich: WW liefert gleich mehrere zusammenhängende Sätze (Subjekt, Prädikat, Objekt)! Man muss eben nur die richtigen Themen setzen – und dieses hier ist noch lange nicht ausdiskutiert. Denn Wiedehopf hat den Kern der ganzen Diskussion angesprochen: Wie steht es mit der B-e-r-u-f-s-e-h-r-e? (Ob man das in den heutigen Zeiten noch groß schreiben kann, sei mal dahingestellt). Bei allem Palaver unserer Vertreter der Staats-Gewalt (ich erinnere an die Überschrift) stellt sich doch die Frage, ob die Herren das Gesetz überhaupt noch in Gänze anerkennen. Wasser predigen und Wein trinken? Jetzt wollen wir die Wahrheit hören: Hat Joe schon einen Handysünder verknackt? Und wenn nein: Würde er es bedenkenlos tun? Und: Würde das Urteil für Opel- und Porsche-Fahrer gleich ausfallen? Euer Ehren, your turn ...
Webmaster, Sonntag, 18. März 2007, 10:22 Uhr
Kleiner Nachtrag: Auch der frisch gewählte Wiesbadener Oberbürgermeister Müller weiß, dass man sich besser nicht mit der Justiz anlegt. Wobei der doch ein Thema angesprochen hat, dessen Brisanz kaum größer sein könnte ...
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Wiesbadener Kurier, 17. März 2007
O�Hara, Sonntag, 18. März 2007, 10:58 Uhr
Hintergrundwissen: In Wiesbaden soll für alle (!) Richter ein Justizzentrum (Fassungsvermögen: 600 Mitarbeiter, Bezug: Ende 2008) an der "Mainzer Straße errichtet werden (schräg gegenüber McDonalds, Porsche-Center und Sauna 2000; the judges basic needs, hä hä... ). Warum aber haben sich nur die Amtsrichter beschwert? Die Kollegen vom Landgericht sind doch im gleichen Gebäude. Übrigens - ein Sündenfall, ein Justizgebäude von 1897 dem Verfall anheim zu geben (Nachfolgenutzung ungeklärt). Vielleicht aber lassen sich die Anwesenheitszeiten im ghettoisierten Umfeld besser erfassen...
Joe, Sonntag, 18. März 2007, 11:45 Uhr
Zu ww et altera:
Entgegen einem offenbar unausrottbarem Irrglauben bei einigen Wander-"freunden" bin ich weder "Verkehrsrichter", noch verknacke ich irgendwelche Leute (!!). Entgegenstehende Darstellungen sind schlichtweg falsch, zeugen von mangelnder Fachkenntnis und bewegen sich auf Bildzeitungsniveau.
zu Vorbild-Webby:
Interessant, daß ausgerechnet ein Vertreter aus der Werbebranche mangelnde Berufsehre reklamiert. Das sich die Frage nach einer solchen Ehre im Bereich der Werbung von vorneherein nicht stellt, liegt ja auf der Hand, wenn man sich ansieht, mit welch vollmundigen Worten heutzutage für jeden Sch ... geworben wird, der nicht ansatzweise das hält, was von der Werbung versprochen wird.
Aber wie sieht es denn mit den vielen rauchenden Ärzten aus? Haben die irgendwie nicht richtig unser Gesundheitswesen verstanden?
Über den Kern der Diskussion (den mir Mr. Vorbild-Webby allerdings noch mal erklären müßte ...) unterhalte ich mich gern, sofern denn mal umfassend sachlich diskutiert wird.
Thumbmaster, Sonntag, 18. März 2007, 12:44 Uhr
Der Wibbisch ist nur solange am Arbeitsplatz, wie er nun mal zur Verrichtung seiner Dienstgeschäfte benötigt. Und dass diese Zeit "überschaubar" ist, liegt nicht zuletzt an seinem äußerst diplomatischen Verhandlungsgeschick ("Entweder Sie nehmen den bekackten Vergleich jetzt und hier an, oder ich werde die Verhandlung wegen Befangenheit des Gerichts um mindestens sechs Monate vertagen müssen, nur dass das klar ist!!"), welches die schon legendäre Effizienz bedingt. Und die wiederum schafft Freiräume für Japanisch, Altherren-Eisenpumpen, "blacksonblondes", ... Und, meine honorigen (Wander-)Freunde, wolle mer doch emol ähhrlisch soi: Welcher Metzger nimmt schon gern die Sau mit nach Hause?!!!
Übrigens: Ich soll Euch schöne Grüße von Alice Schwarzer bestellen !!!
Vorbild-Webby, Sonntag, 18. März 2007, 13:30 Uhr
Ich darf feststellen: Bislang ist Joe auf alle drei Fragen die Antwort schuldig geblieben. Deshalb nochmal ganz sachlich: Hast Du als Richter Verkehrsdelikte zu entscheiden? Wenn ja: Sind auch Handy-Delikte darunter? Wenn ja: Bitte die drei Fragen beantworten. Ganz sachlich.
Handy O�Hara, Sonntag, 18. März 2007, 14:28 Uhr
Ich muss mal für meinen alten Freund Joe in die Bresche springen.
1. Joe bearbeitet zur Zeit keine Verkehrsdelikte, ist damit aus dem Schneider. Soweit er früher (vor 10 Jahren) solche bearbeitet hat, waren die Entscheidungen zum einen alle aus seiner Sicht richtig (so wie meine, vgl. Art. 97 GG: Richterliche Unabhängigkeit). Sonst würde man nicht mit "Wippich" oder "Walther" unterschreiben. Zum anderen gab es (außer natürlich dem General) keine oder kaum Handybesitzer und schon gar kein Handyverbot am Steuer (erst seit 01.04.2004 in Kraft). Wem ansonsten die Gewaltenteilung in unserer Verfassung nicht passt, der muss woanders werben.
2. Der Bösewicht war ja eigentlich ich. Ich habe nämlich eingeräumt (trotz integriertem Autotelefon) manchmal das Handy im Fahrzeug genutzt zu haben. Asche auf mein Haupt. Der letzte Vorfall dieser Art liegt natürlich genau einen Tag länger zurück als die Frist, in der Tat verjährt ist (hä, hä)). Dennoch ist Joe erstklassig dem Profi Titte auf den Leim gegangen. Was doch die Macht werbender Worte bewirkt....
3. Faszinierend, wie wir als Herrenwanderer Spiegel und Spektrum der Gesellschaft darstellen. Ich freue mich auf den nächsten Abend. Da wird sich einiges Aufgestautes aufblähen (wenn auch keine Hühner).
4. Ich meine, es ist jetzt gut mit dem Thema?! Auf zu neue Ufern (Gesundheitsreform, Islam und Integration, EU-Präsidentschaft, 4. Jahrestag des Irak-Krieges (Anlass für eine neue Version von "Ruby, don´t take love to town...")