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Donnerstag, 22. März 2007, 08:04 Uhr
Wird Deutschland Reglementierungs-Staat?
Angeblich rauchen in Berlin nicht nur die Köpfe, sondern auch die Politiker. Trotzdem zeichnet sich in der Bundeshauptstadt ein fast schon militantes Vorgehen gegen die Raucher ab, die in Deutschland wohl schon bald als Mitglieder einer geächteten niederen Kaste gelten werden. Aber muss in unserem Land denn wirklich alles staatlich reglementiert werden? Brauchen wir das bundesweite Rauchverbot à la Beck auch in Restaurants? Sind Quarantäne-Gebiete für Raucher („Raucher-Zoos“) nur noch eine Frage der Zeit? Was machen wir mit den rauchenden Schornsteinen? Dürfen Wiedehopf und Joe auch künftig noch nach Herzenslust furzen? Und: Kann Blähhuhn B. – der letzte verbliebene Marlboro-Mann unter den Herrenwanderern (siehe Foto) – demnächst überhaupt noch angstfrei über die Straße gehen? Fragen über Fragen – und möglicherweise die Initialzündung für eine weitere herzerfrischende Diskussion im virtuellen Forum der Truppe.
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Kommentare:
O�Hara, Donnerstag, 22. März 2007, 11:00 Uhr
Noch keine 18 Stunden liegen zwischen den von Ameisen bedrohten Mönchen und der längst überfälligen Aufforderung, sich mit Verve für ein globales Rauchverbot auszusprechen. Noch bevor beitragstreue Herrenwanderer eine lustige Geschichte über die Wirksamkeit des Einsatzes von Ameisenbären (sog. Killer in mittelbarer Täterschaft) lancieren können, wird auch das schnelllebige Forum von sich selbst überholt. Das könnte allein darauf zurückzuführen sein, dass unser Freund Webby wegen der gegenwärtig eingetretenen personellen Verstärkung in seiner Agentur mehr Zeit für die kurzweiligen Dinge des Lebens hat. Näheres wird heute Abend beim Hirschen ermittelt.
Der Hirsch, Donnerstag, 22. März 2007, 11:28 Uhr
Röööööhrrrr...
Joe, Donnerstag, 22. März 2007, 14:34 Uhr
In der Tat ist auch dieses Forum - offenbar einem allgemeinen Zeitgeist folgend - recht schnell-lebig geworden, wie Wanderfreund O'Hara zurecht reklamiert. Die Chance, etwas mehr aus dem Spannungsverhältnis: friedliebende Mönche kontra Killerameisen herausszuholen, ist damit vertan, ganz zu schweigen davon, daß auch Arni noch für den ein oder anderen Kommentar gut gewesen wäre.
Zum Rauchverbot in Kürze: ich bin dafür! Und selbst Raucher scheinen sich - zumindest teilweise - mit dem Thema anfreunden zu können. Im übrigen: gerade im Landes der Pubs und des dunklen Bieres, nämlich in Irland, funktionert's ja auch.
Wie auch immer hoffe ich nur auf eines: Dass die ELENDEN LABERSÄCKE da oben nicht wieder alles zerreden und zerfaseln in endlosen Für- und Widerdebatten, in denen sich jeder Provinzpolitiker profilieren will!!!!
Joe, Donnerstag, 22. März 2007, 14:37 Uhr
Nachtrag: soeben bei www.spiegel.de gefunden:
+++ EILMELDUNG +++
Ministerpräsidenten beschließen Rauchverbot mit vielen Ausnahmen
Deutschlands Regierungschefs haben ein Herz für Raucher: In kleinen Kneipen und abgeschlossenen Nebenräumen darf weiterhin gequalmt werden, wenn das jeweilige Bundesland eine solche Option zulässt.
Das ist mal wieder typisch deutsch, und meiner Meinung nach Scheißdreck!
O�Hara, Donnerstag, 22. März 2007, 15:10 Uhr
Ein Flickenteppich voller föderalistisch motivierter Partikularinteressen. Differenzierungen bis ins Essgefach. Sollte jemals es notwendig sein, solche Regelungen zu vollstrecken wird es nix, weil keiner genau weiß, welche Ausnahmen gerade gelten. So kommen wir nie zum Großen und Ganzen zusammen.
Webmaster!, Donnerstag, 22. März 2007, 15:25 Uhr
Rambo for Bundeskanzlerin!
Schoko, Donnerstag, 22. März 2007, 15:29 Uhr
@Joe: Ich hab ja mittlerweile Deine Bereitschaft mitbekommen, streng Regelkonform zu bleiben, ABER: wenn hier ein neues Thema begonnen wird, dann besteht doch immerhin noch die Möglichkeit, sich gewissermaßen posthum noch zu den vorhergehenden Punkten zu äußern...
Schoko, Donnerstag, 22. März 2007, 15:31 Uhr
Und im Übrigen: laßt´s doch die Leute rauchen! Meiner Meinung nach würde es völlig genügen, Raucherlokale schon von außen kenntlich zu machen, dann kann sich jeder Nichtraucher aussuchen, ob er reingehen möchte.
Joe, Donnerstag, 22. März 2007, 16:44 Uhr
Schoko - POSTHUM - lebt!!! Unglaublich. Ich dachte schon, Du hättest zuviel an Deinen Narkotika geschnüffelt, weil man so lange nichts von Dir gehört hat.
Aber nunmehr, gewissermaßen posthum ...also, er is wieder da!!
zu O'Hara: genauso isset!!!
Judge O�Hara, Donnerstag, 22. März 2007, 21:16 Uhr
Zu den Regeln in Deutschland mal die Geschichte des Tages. Da kommt ein Mann aus Jordanien 1992 in die Schweiz, sein Asylantrag wird abgelehnt, weil in Jordanien gabs damals keinen Stress. Na ja denkt er sich: Gehst Du halt nach Deutschland weiter und statt aus Jordanien kommst Du einfach aus dem Irak, weil das ein bisschen besser kam (damals wie heute). Also durften der Mann und seine (syrische) Frau und 2 Kinder in der BRD bleiben. 2001 wurde der "Iraker" sogar eingebürgert und damit Landsmann; auch seine Kinder (heute 12 u. 17) wurden Deutsche. Dann kam das Blöde: Die jordanische Botschaft meldete sich und es stellte sich die wahre Identität des Mannes heraus. Außerdem hatte er in Jordanien 4 Kinder aus erster Ehe, die Unterhalt von ihm wollten. Seine Einbürgerung wurde nun wg. Täuschung über seine Identität zurückgenommen. Die von ihm abgeleitete Einbürgerung seiner Kinder gilt weiter und weil sie noch minderjährig sind, dürfen alle (mittlwerweile SozHilfeEmpf) in Deutschland bleiben... Super Geschichte. Seine Täuschung, die ihm und den seinen 15 Jahre illegalen Aufenthalt beschert hat, bleibt ohne Konsequenzen... Aber Dutzende von Regeln und Gesetzen müssen angewandt werden.... Und ich hatte einen erquicklichen Vormittag.
Joe, Donnerstag, 22. März 2007, 22:12 Uhr
O'Hara, ich freue mich auf nächsten Do, das dürfte ein netter Abend werden.
Um im übrigen Dein oben angesprochenes Thema zu toppen: hast Du heute zufällig die BILD-Überschrift gelesen?
Falls nicht, hier zu Deiner Kenntnis:
"Die Richterin hatte im Scheidungsverfahren gegen eine 26-jährige aus Marokko stammende Deutsche eine vorzeitige Scheidung unter Bezugnahme auf den Koran abgewiesen. Die 26-Jährige war von ihrem Mann geschlagen und mit dem Tod bedroht worden. Eine Scheidung noch vor Ablauf des Trennungsjahres schien für sie der einzige Ausweg, um dem Terror ihres Noch-Ehemannes zu entkommen.
Die Richterin des Frankfurter Amtsgerichts hat das Gesuch auf vorzeitige Scheidung in einem Schreiben zurückgewiesen - mit der Begründung: "Die Ausübung des Züchtigungsrechts begründet keine unzumutbare Härte gemäß Paragraph 1565 BGB".
Joe, Donnerstag, 22. März 2007, 22:15 Uhr
Zum Thema Rauchverbot heute bei www.Spiegel.de:
Mediziner schimpfen über Ausnahmen beim Rauchverbot:
"Ignorant", "blamable Vorstellung", "Stück aus dem Tollhaus" - einmütig haben Gesundheitsexperten den Kompromiss der Länder zum Nichtraucherschutz kritisiert. Denn trotz des beschlossenen Rauchverbots wird in Bierzelten und Eckkneipen weiter gequalmt werden.
Besser kann man es nicht ausdrücken!! Früher hätte man die ganzen Idioten, die heute in Deutschland Politik machen, geteert und gefedert und fortgejagt. So ein Sauhaufen!!
Webby, Freitag, 23. März 2007, 07:27 Uhr
Gaaaanz ruhig, Joe. Wir haben nur zwei Möglichkeiten: 1. Wir regen uns auf und treiben unseren Blutdruck in die Höhe. Oder 2.: Wir lassen es sein, schütteln den Kopf – und die Karawane zieht weiter. Sie wird ohnehin weiterziehen. Ob mit oder ohne uns. Ich weiß, das klingt etwas merkwürdig – zumal formuliert von einem, der nicht selten auch mal Leserbriefe schreibt. Aber auch ich muss zugeben, dass die Möglichkeiten, wirklich etwas hierzulande zu verändern, sehr eingeschränkt sind. Ändern wird sich erst etwas, wenn massive soziale Unruhen entstehen (siehe Frankreich). Bis dahin gilt: Das System erhält sich selbst.
Mr. Web, Freitag, 23. März 2007, 07:28 Uhr
Warum sagt der Marlboro-Mann eigentlich nichts? Mangelnde Sauerstoffversorgung im linken Lungenflügel?
Dr. Web, Freitag, 23. März 2007, 07:29 Uhr
Und Wiedehopf? Ist Dir das zu viel Rauch um nichts? Oder furzt Du im Stillen weiter ...
O�Hara, Freitag, 23. März 2007, 08:14 Uhr
Geradezu wahr gewendete Worte von Webby, nahezu rar verschwendete Worte von Mr. und Dr. Web.
@Joe und Koran: Noch gilt - neben Völkerrecht pp. - das GG und das darauf gegründete Bundes- und Landesrecht. Die Frankfurter Entscheidung ist aber auch deswegen ein wenig kritisch, weil vor ca. 2 Wochen in Mönchengladbach ein "Holländer türkischer Herkunft" nach einem Familiengerichtstermin seine geschiedene Frau nebst 19-jähriger Tochter erschossen hat. Familienehre, klar - so was fehlt uns ja völlig...
N.N., Pressesprecher Dr. Bender, Freitag, 23. März 2007, 08:14 Uhr
Hüstl, Hüstl....
Press Relation Officer, GM HQ Europe, Freitag, 23. März 2007, 08:17 Uhr
Pppphhhhhfffffff........
Joe, Freitag, 23. März 2007, 08:46 Uhr
zu O'Hara:
Schon Cäsar prägte den Spruch:
Divide et impera! Die Besatzungsmächte haben sich nach dem zweiten Weltkrieg schon etwas dabei gedacht, als sie die föderative Struktur der BRD - oder, wie Du so schön schreibst: GG und das darauf gegründete Bundes- und Landesrecht - mitschufen.
Das Ergebnis ist, das die Deutschen sich heute in Zeiten der Krise in den oberen Reihen ständig selbst im Wege stehen und sich so gut wie nichts bewegt. Man stelle sich so eine Organisationsstruktur mal im Verteidigungsfalle bei der Bundeswehr vor.
Ich denke, es wird zwar keinen Rückfall in NS-Zeiten geben, aber oftmals wiederholt sich die Geschichte. In diesem Zusammenhang sollte man sich mal vor Augen führen, was zum Scheitern der Weimarer Republik und was zum Aufstieg Hitlers führte.
Und schon sind wir im Ansatz bei Webby:
"Ändern wird sich erst etwas, wenn massive soziale Unruhen entstehen (siehe Frankreich). Bis dahin gilt: Das System erhält sich selbst."
Hazy Osterwald, Freitag, 23. März 2007, 20:11 Uhr
Das System erhält sich wahrlich selbst. Und mit Unterstützung mangelhafter Kurzzeitgedächtnisse. Hatten wir nicht vor wenigen Wochen eine finale Klimakatatrophe binnen 13 Jahren zu befürchten? Das befürchtete Schmelzen der Pole reduziert sich indes "in between a fortnight" auf die Sorge um die Lebenserwartung von "Knut, dem Eisbären". Zudem sind unerwartete Steuermehreinnahmen zu verteilen. Da steht freilich das Klima hinten an; letztlich galt es gestern das neue Shopping-Mekka ("Lilien-Carrée" in Wiesbaden) zu eröffnen. 64.000 Besucher am 1. Tag ab 6.00 Uhr (ohne mich natürlich!). Die Freude am Konsum wiegt alle Sorgen auf. Sing along the "Konjunktur Cha-Cha" and see what happens...