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Montag, 17. September 2007, 05:26 Uhr

Dietfurt 2007: Mem’ries but mem’ries

Ten years after - eine Dekade nach der unvergessenen Easy-Going-Tour im Kaisergebirge 1997 hatte es Top-Akribist Joe Weider wieder einmal gewagt. Nach Dietfurt sollte es gehen. An jenen Ort, den er mit und ohne Begleitung schon viele Male zum Schweigen (Kloster) und Schwelgen (Stirzer) aufgesucht hatte.
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Donnerstag, 13. September 2007

Alles war bestens vorbereitet. Auch die etwaigen Risiken eines unvorgesehenen technischen Defekts hatte der Ober-Altruist dadurch minimiert, dass er selbstlos mit dem eigenen Wagen anreisen wollte. Der Letztgenannte kam indes nur bis zu einem beschaulichen Waldparkplatz unweit der A 3 bei Seligenstadt. Weißer Rauch aus dem Motorenraum signalisierte den Einstieg in die erste Planabweichung. Die per Handy herbeigerufenen Freunde hatten indes nur wenig Tröstliches parat. Die allgemeine Stimmung näherte sich der Tristesse und dem Charme des o.g. Rastraumes. Die möglichen Kosten der Autoreparatur (Lichtmaschine) - würden sie nicht von der Opelgarantie umfasst und würde man sie nicht "dem Asbach" auferlegen können, sollten nach Einschätzung des Hobby-Juristen Bushido von einem anderweitig verdächtigten Marder getragen werden. Kaum Hoffnung gebend auch die freundliche Einschätzung von Freund Thumb ("Meinst Du denn, es lohnt sich noch, etwas zu investieren?").

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Das Angebot seiner Freunde, ihn mitzunehmen, schlug der verantwortungsvolle Tour-Master uneigennützig aus. "Ich brauche am Montag morgen ein Auto, da will ich unabhängig sein", ließ der Amtsrichter mit Blick auf Art. 97 Abs. 1 GG verlauten. Die Ankunft in Dietfurt gelang der fast vollzähligen Truppe (hw = t-1) gleichwohl mit dem aus der Flanke hinzustoßenden Schlock gegen 19.00 Uhr. Am Ortseingang erwartete die Fahrgemeinschaften "Buddha" und "tits & co." ein unvergesslicher Anblick. Gedankenverloren blickte der seit Stunden schon anwesende Dr. Schoko auf einer Bank in sich ruhend mit geschlossenen Augen in die Sonne, bis ihn die hetzende Hupe von Schweiger W.W. aus einer tiefen Meditation aufschreckte. Welcome to Dietfurt!

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Der "Stirzer". Ein vom TourMaster evaluiertes und für die Freunde reserviertes Ambiente mit gut 250 Jahren auf dem Buckel, indes mit viel Charme (Sonja und Christin) und heimeliger Atmosphäre (insbesondere Zimmer 6 mit eigenem Wehrgang über den Hof!) versehen. Nach dem Bezug der Quartiere folgte ein wunderschöner erster Abend in bestens gelöster Stimmung (3 Runden Hochprozentiges nebst reichlichem Dunkelbier), den TourMaster Joe nach seinem Erscheinen gegen 21.30 Uhr komplettierte. Wildrücken, Salat mit Zander und das obligate Vanilleeis mit Schokosoße (W.W., Titte) oder heißen Himbeeren (passim) waren die kulinarischen Highlights. "Now - what is democracy?", war die Frage von Gerhard Polt, deren Beantwortung größte Heiterkeit hervorrief ("as we have in Bavaria the Bayern-Kurier and the Ochsen-Sepp"). "I don’t see black for your future in africa" setzte dem Abend `political correct’ die Krone auf.

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Freitag, 14. September 2007

Mit Bedacht war der Abmarsch zur Wanderung am Freitag auf ca. 10.00 Uhr angesetzt. Der Termin trug den verfassungsrechtlich geschützten Individualinteressen aller Wanderer Rechnung. So konnten Dr. Schoko und O’Hara ab 6.30 Uhr reichlich sinnentleert philosophieren; andere vermochten sich während des gleichen Zeitfensters sinnvoll reichlich zu entleeren. Über wenig Asphalt und mit leichter Steigung - die peinlicher Weise dem Struma-OP-Aspiranten O’Hara doch sehr zu schaffen machte - erreichte man die 14 klerikalen Figuren eines Kreuzweges unweit des vorerwähnten Klosters. Am (schon besetzten und eher künstlich illuminierten) Gipfelkreuz angelangt war der Truppe eine kleine Erholungspause vergönnt. Die alle umfassende Ruhe wurde kaum merklich von dem beruhigenden und ein tiefes Gefühl von Frieden und Sicherheit vermittelndem Rauschen zweier heimischer Strahlflugzeuge umschmeichelt. Gegen 12.30 Uhr erreichte man über Unterbürg und Oberbürg die Gaststätte "Zucker". Der dort selbst hergestellte Schinken fand - mit Apfelschorle, Radler oder Bier heruntergespült - allgemeine Anerkennung. Einzig der Schweiger begann zu schwächeln und musste bereits zur Mittagzeit die Horizontale einnehmen. Nach weiteren 2,5 kaum beschwerlichen Stunden erreichte man erneut den "Stirzer", der sich ohnehin als der durch nichts zu ersetzende Fixpunkt der Herrenwanderung 2007 erweisen sollte.

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Selbstgemachte Torten fanden das Wohlgefallen von Schoko et al. In der verbleibenden Zeit begab sich der (Immer-) Noch-König zu einem Friseur und ließ sich von einem blonden Etwas (lechz!) angemessen beschneiden. Frisch gegeelt erschienen sodann er und alle anderen beim "Stirzer", um sich weiter auf der Speisenkarte vorzuarbeiten. Das diesmal bereits um 18.00 Uhr anberaumte Essen musste nach 2 Stunden zum Nachteil des Königs abgebrochen werden, da der Tour-Master die Truppe nach Kanada entführen wollte. Bange Minuten galt es zu überwinden, ehe der unermüdlich unterstützende All-Master Titte sein MacBook hochgebeamt hatte, um den erforderlichen visuellen Support zu leisten. Wenige hundert Bilder Kanada-Trip von White Horse nach Inuit und zurück wurden besessen begeistert referiert und angemessen begeistert konsumiert. Die mittlerweile auch rekonvaleszenten O’Hara und Bushido gingen zu Kamillentee über; der Schweiger hatte sich schon vor dem Essen zu einem Erholungsschlaf zurückgezogen. Um 22.30 Uhr war die gesamte Truppe in Morpheus Armen. Mit einer Reminiszenz an den (wie immer absenten) General der Geriatrie Webster wurden - Joe und Thumb absolvierten noch einen Nachtspaziergang mit Gedankenaustausch - die Ruheräume aufgesucht.

Samstag, 15.September 2007

Erneut gemütlicher Abmarsch gegen 10.00 Uhr. Bestes Wetter erwartete die Freunde, wie überhaupt an allen Tagen die Sonne der Wanderung hold war. Der Schweiger war wieder auf dem Damm, die Teetrinker sowieso. Ein kleiner Spaziergang am Vormittag stand an. Soviel war klar: die Grenzen des Machbaren wollte unser Joe diesmal nicht ausloten. Zu deutlich sind die immer noch nachts auftauchenden Bilder von angsterfüllten (Thumb), sich erbrechenden (Bushido) und grippal defekten (General) Kameraden im Berg, die kaum durch die Lichtblicke (Joe und O’Hara über dem Regenbogen, alle gesund auf der Pyramidenspitze) und ohralen Highlights ("Die Herrenwanderung" - Lied und Text von O’Harem, demnächst auf Polydor-Records) überlagert werden konnten. Diesmal sollte alles glatt gehen. Dafür hatte der TourMaster gesorgt. Die Überquerung eines kleinen Flusses mit einem Selbst-Fahr-Floss unterbrach kurz die tiefgehenden Gespräche der Freunde auf dem sonnendurchfluteten Weg entlang des Gewässers. Ein Fototermin an einer alten Schleuse rundete den Vormittag ab. Zurück in Dietfurt zog es alle (ähhh... fast alle) in den Gasthof "Zur alten Post", während Joe unter Berufung auf die ihm zustehenden Freiheitsrechte in den "Stirzer" stürzte. "Da schmeckt es am besten - alles andere ist Quatsch" versuchte der Tour Master die Truppe zu überzeugen, die indes geschlossen die Gefolgschaft verweigerte. Im Grunde eine Unbotmäßigkeit erster Ordnung. Indes: Es ist, wie es ist (E. Fried, 1988).

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Am Nachmittag ging es im Konvoi (Schlock: B-Klasse [Rentner-Auto]; Joe: Greisen-Chrysler) nach Kelheim, wo am Donauufer das taktisch kluge Zuwarten über 30 Minuten den Freunden einen Platz auf dem Oberdeck eines beschaulichen Ausflugsdampfers bescherte. Kaum zu glauben, wie viele Busse in einen Dampfer gingen… Andere - offenkundig minderbemittelte - mussten in kleinen Nussschalen, die kaum 10 Personen hätten fassen können - den Weg durch den malerischen Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg nehmen. In der Ruhe dieser ältesten, Bier brauenden Glaubensburg der Welt (!) gab es Getränke und Brez’n für die Truppe. Nach erholsamen 90 Minuten mahnte der fürsorgliche TourMaster zur Rückkehr.

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"Steine springen lassen" (= forever young) war allerdings noch drin. Nach einem Kaffee im Hof des "Stirzer" ging es zum Abschiedsabend in den "Stirzer". Diesmal im Schankraum. Der noch erinnerliche weiße Rauch des Anreisetages mutierte zu vorgerückter Stunde zu eher dunklen Wolken, als der wahre Mediator der Truppe seine im Laufe des Tages gesammelten Gefühle in einige eher deutliche als denn verbindliche Worte in Richtung des TourMasters fasste. Aber auch diese - mit Blick auf die letzten Jahrzehnte, die sich alle schon kennen - eher zu vernachlässigende Wallung ging ohne erkennbares Blutvergießen vorüber. Die Tage der Herrenwanderung 2007 neigten sich dem Ende. Mit diversen Einzelgesprächen über das Für und Wider der Religion klang der Abend aus, nicht ohne noch einmal kurz vor dem Ende durch eine kleine Revue von schulischen Anekdoten wiederbelebt worden zu sein.

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Sonntag, 16. September 2007

Frühstück beim "Stirzer". Alle wieder traulich vereint. "Kameraden, Freunde und Förderer" leitete der rastlose König die Verabschiedung mit den obligaten Dankesworten an den Organisator ein. Vom Schweiger vorzüglich zum Flughafen Nürnberg geleitet, vermochte er in der Hauptstadt unweit des Checkpoint Charlie noch die Memories der Tour 2007 zusammen zu fassen. Korrekturen und ergänzende Highlights sind jederzeit willkommen. Wir freuen uns auf die von Thumb oder Titte ins Auge gefasste Organisation der Tour 2008 ("stretched target").

Best wishes
O’Hara

Kommentare:

Dein Pr�torianer Schoko, Montag, 17. September 2007, 08:47 Uhr

Allerhöchsten Respekt, König, für diesen Beitrag! Absolut ministrabel. Wenn es Dir jetzt gelänge, gewisse Vorbehalte nochmal zu überdenken ....
Gruß an die Prätorianer des Konkurrenten.

 

ww, Montag, 17. September 2007, 10:31 Uhr

Zündler.

 

Titte, Montag, 17. September 2007, 15:10 Uhr

Danke für diese ebenso launige wie feinfühlige Zusammenfassung einer bestens organisierten Tour. Fotos folgen in Kürze.

 

Thumbmaster, Montag, 17. September 2007, 20:33 Uhr

Die Tour 2007 wird in ihrer Gesamtwürdigung als ein rundherum gelungenes und harmonisches Ereignis in die Annalen der Herrenwanderer eingehen - unser Dank geht nach Rödermark an den Meister des sorgfältigen Planens!
Und die grandiose Zusammenfassung der Herrenwanderung durch den König der pointierten Erzählweise macht Laune auf mehr ...
Denn, liebe Freunde: Nach der Tour ist vor der Tour!!!

 

Klient Schoko, Montag, 17. September 2007, 23:42 Uhr

Next year "Tortour", please!!

 

Schoko, Dienstag, 18. September 2007, 06:07 Uhr

Sorry Jungs, einige haben vielleicht allzuviel Hirnschmalz in meinen kryptischen ersten Kommentar investiert. Aber offenstehende Herrenwandererseiten an öffentlich zugänglichen Computern erfordern - zumal in Zeiten drohender online-Durchsuchungen - höchste Sicherheitsmaßnahmen. Also, wachsam bleiben und meine Worte haben nix mit einem von Euch zu tun, sondern sind dem Mysterium geschuldet.

 

O�Hara, Samstag, 22. September 2007, 07:10 Uhr

Thanks a lot to the Pic-& TicketMaster

 
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