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Freitag, 13. Juni 2008, 07:39 Uhr

Vorsicht, Paraskavedekatriaphobie!

Opfer der Paraskavedekatriaphobie, wie die Freitag-der-Dreizehnte-Furcht medizinisch heißt, müssen heute wieder zittern und vorsorglich Termine absagen. Denn Schlock war wieder unterwegs und hat im ganzen Land Bananenschalen ausgelegt, damit die Mär vom bösen Freitag auch weiter überlebt.

Nach der alten Zahlensymbolik ist die Zahl 13 eine„übersteigerte Zwölf“. Die Zwölf repräsentiert die göttliche, kosmische und jahreszeitliche Ordnung. Denkt nur mal an die zwölf Monate eines Jahres oder an die zwölf Apostel. Die 13 bringt diese Ordnung durcheinander. Im Volksmund wird sie deshalb auch als das„Dutzend des Teufels“ bezeichnet. Trotzdem gilt die 13 nicht überall als Unglückszahl.

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Im Zusammenhang mit der 13 wird heute oft der Freitag genannt. Er hatte schon immer eine größere Bedeutung im Volksglauben. An einem Freitag wurde Christus ans Kreuz genagelt. Am Freitag geborene Kinder galten früher als Unglückskinder. Ein so genanntes Freitagsjahr, ein Jahr das an einem Freitag beginnt, galt als unglücklich. Genauso wie der Freitagsmonat, ein mit einem Freitag beginnender Monat.

Die 13 und der Wochentag (Freitag) hatten früher übrigens nichts mit einander zu tun. Denn ihre Symbolgeschichten verliefen getrennt. Sie waren nicht ausschließlich negativ besetzt und hatten bis fast bis in die Neuzeit nichts miteinander zu tun. Weder in den historischen Quellen noch in Märchen oder Sagen des deutschsprachigen Raums tauchen Freitag und der Dreizehnte gemeinsam auf.

Erst im späten 19. Jahrhundert wurden die beiden zu einem Negativereignis verbunden. Jetzt hieß es, wenn bei Tisch 13 Personen sitzen, so sterben noch im selben Jahr die erste und letzte Person. Vermutlich geht dieser Aberglaube auf den Bericht der Bibel zurück, dass beim letzten Abendmahl Jesu 13 Personen am Tisch saßen. Der Verräter Judas erhob sich als erster und verübte später Selbstmord.

Mit der Entstehung der Massenmedien verbreitete sich das Phänomen vom„schwarzen Freitag“ immer schneller. Der amerikanische Börsenkrach von 1927 begann zwar schon an einem Donnerstag, verknüpfte sich aber im allgemeinen Bewusstsein mit dem Freitag, der ein Dreizehnter war. Hochkonjunktur bescherte dem Datum der Flug der Apollo 13 im Jahr 1970. Das Raumschiff trug nicht nur die Unglückszahl, es startete auch an einem Freitag.

Seitdem ist Freitag, der Dreizehnte, ein unerschöpfliches Medienthema, Titel für Horrorfilme und Stoff für moderne Unglückslegenden. Auch ein passendes Brauchtum bildet sich bereits: Freitag, der Dreizehnte, ist ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren.

Dabei wird„Freitag, der 13.“ in Sachen Unfallpech seinem schlechten Ruf überhaupt nicht gerecht. Laut einer statistischen Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich 1995 an Freitagen zwar generell etwa 20 Prozent mehr Unfälle. Der 13. Januar und der 13. Oktober, die damals auf Freitage fielen, lagen jedoch mit 37 und 52 Unfällen unter dem ermittelten Durchschnitt von 55.

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