[ zur�ck ]

Mittwoch, 13. August 2008, 13:50 Uhr

Mordsstimmung in Rüsselsheim

Die Zeiten werden härter. Nirgends ist man sich mehr seines Lebens sicher – selbst in der guten, alten Heimat nicht. Wer dort unschuldig ein Eis essen gehen will, setzt – wie wir jetzt wissen – sein Leben aufs Spiel. Dass man Opfer bringen muss, wenn es um die Integration unserer ausländischen Mitbürger geht, ist spätestens seit gestern kein hohler Spruch mehr, sondern bittere Wirklichkeit.

[image]

Laut Zeugenaussagen handelt es sich bei den flüchtigen Tätern um junge Türken. Auch zwei Opfer sollen türkische Wurzeln haben. Einer von ihnen ist angeblich Erkan K. gewesen, der andere sein Cousin. Sie sollen aus einer großen Familie stammen, die als stadtbekannt gilt.

Da guggsdu, was?

Kommentare:

Ihr Integrationsamt, Donnerstag, 14. August 2008, 07:39 Uhr

Alles eine Frage der Ehre.

 

Banzer, Donnerstag, 14. August 2008, 09:52 Uhr

... oder der Kultur.

 

O�Hara, Donnerstag, 14. August 2008, 10:04 Uhr

Welche nachhaltige Tiefe muss die Erziehung der Tatbeteiligten aufgewiesen haben, dass sich - auch bei "Deutschtürken der 3. Generation" die archaischen "Werte" gegenüber den Grundregeln der Nächstenliebe und Menschlichkeit durchsetzten.

 

Dr. Web, Donnerstag, 14. August 2008, 10:26 Uhr

Die "nachhaltige Tiefe" ist messbar – an der Tiefe der Einschüsse.

 

Andrea Ypsilanti, Donnerstag, 14. August 2008, 11:24 Uhr

Ein hervorragendes Beispiel für unsere gescheiterte Integrationspolitik!

 

Roland Koch, Donnerstag, 14. August 2008, 12:52 Uhr

Härtere Strafen hätten die Täter bestimmt abgeschreckt, aber auf mich wollt' ja keiner hören.

 

Andrea Ypsilanti, Donnerstag, 14. August 2008, 19:43 Uhr

@ Roland Koch: Wenn ich in Erziehungsangelegenheiten überforderte Eltern dafür (finanziell) belohne, dass sie ihre Kinder nicht in die professionellen Hände qualifizierter Kita-MitarbeiterInnen geben, darf ich mich nicht wundern, wenn aus Kindern ohne jegliche soziale Kompetenz delinquente Erwachsene werden!
Härtere Strafen sind garantiert kein probates Mittel!! Vielmehr brauchen wir flächendeckend Ganztagsschulen mit ausreichend personeller Ausstattung. Und erheblich mehr Kitaplätze, die ggf. kostenfrei zur Verfügung stehen müssen. Und Eltern, die im Zweifelsfall dazu verpflichtet werden müssen, diese Angebote auch in Anspruch zu nehmen!

 

O�Hara, Freitag, 15. August 2008, 04:39 Uhr

Die Verpflichtung der Eltern, ihre Kinder (im bislang noch nicht definierten) Zweifelsfall in eine staatliche Einrichtung zu geben? Ruhig vorher mal die Verfassung lesen, bevor so ein Hammer ausgepackt wird. Wie soll denn das gehen? Am besten mit so einem schicken Halstuch und schmuckem Hemd/Bluse in uniformer Erscheinung? Und fröhliches Liedgut auf den Lippen? Dann wird´s schon wieder, was? Und Ganztagsschulen? Dann möchte ich aber mal die GEW erleben, wie sie ihren ca. 35.000 Mitgliedern in Hessen (2/3 aller Lehrer!) verklickert, dass auch Lehrer dann ganztags arrrrbeiten müssen. Via la revolucion!

 

Webby, Freitag, 15. August 2008, 07:03 Uhr

Diktatur à la Andrea: Verpflichtung aller Eltern, ihre Kinder in die Ganztagsschulen zu schicken. So werden wir's schaffen, dass unsere Kinder eine tiefe Verwurzelung in der Familie erhalten. Irgendwie erinnert mich das an die Verstaatlichung in Erichs Sonnenscheinstaat.

 

Andrea Ypsilanti, Freitag, 15. August 2008, 07:51 Uhr

Da, wo Eltern hinsichtlich der Erziehung ihrer Kinder aus Gründen der Überforderung versagen, steht der Staat - verfassungskonform - in der Pflicht zu handeln. Die Frage und die Praxis der Fremdplatzierung von Kindern gehören zum beruflichen Alltag der MitarbeiterInnen unserer Jugendämter (Stichwort: "Gefährdung des Kindeswohls").
Dass die Auslegung "Gefährdung des Kindeswohls" sehr eng gefasst ist, ist mir schon klar. So gesehen sollte mit problemgeschärftem Blick vielleicht nochmals da draufgeschaut werden. Auch unter dem "Kosten-Nutzen-Prinzip", das bei der Organisation lebensweltlicher Interessen nicht außer Acht gelassen werden darf. Vielleicht sollten die Mannen um Roland Koch mal wieder ihre alten Rechenschieber auspacken, um die Kostenersparnis nicht notwendiger Folgemaßnahmen sowie die Mehreinnahmen steuerlicher und sozialversicherungspflichtiger Abgaben bei sozioökonomisch integrierten Menschen den Kosten für die Unterhaltung eines flächendeckenden Ganztagsschulsystems und ggf. weiterer Maßnahmen gegenüber zu stellen. Schließlich zeigt ein Blick über unsere Landesgrenzen hinaus - beispielsweise nach Norwegen - wie´s besser laufen könnte!

 

Erich, Freitag, 15. August 2008, 09:30 Uhr

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

 

Roland Koch, Freitag, 15. August 2008, 14:49 Uhr

@Frau Y.: Andrea, Du hast den Sachverhalt nicht richtig geschnallt. Es geht hier nicht um vernunftgesteuerte Teilnehmer am deutschen Sozial- und Wohlfahrtsstaat, sondern um Kanacken, die ihren archaischen Ehrbegriff aus Anatolien mit hierher gebracht haben. Die Bildung von Milieu-Inseln wirst Du auch nicht durch Ganztagsschulen in den Griff bekommen.

 

Kanacken-Koch, Freitag, 15. August 2008, 16:07 Uhr

Brrutalstmögliche Aufklärung fordere ich, brrutalstmögliche ...

 

O�Hara, Freitag, 15. August 2008, 23:11 Uhr

Trotz Totenstille an manchen Orten: Das Forum lebt (wieder), wenn auch überwiegend durch zögerlich progrediente Anonymität begünstigt.

."Kanacke" (richtig: Kanake, aus dem polynesischen = Mensch). Im Namen der Landesregierung ein Dankeschön für das Kompliment an RoKo. Die brrrrutalstmögliche Aufklärung ist doch schon verjährt. In der Folge durfte der Weinbauersbub Dr. Franz-Josef Jung Bundesverteidigungsminister werden. Er löst auch Gerald Weiß als Bundestagskandidat der CDU für den Wahlkreis Groß-Gerau ab. Ich finde das prima: dann kann sich beim nächsten Eisdielen-Einsatz eine Kompanie KSK-Soldaten (Krisen-Spezial-Kräfte) beteiligen. Der neue Tapferkeitsorden der Bundeswehr darf dann auch an der Heimatfront erworben werden.

I.Ü. müssen wir den Türken für ihr Verhalten - expansionspolitisch gedacht - dankbar sein. Die Phänomene Blutrache und Ehrenmorde werden in der Fachliteratur ausnahmslos Mittelmeer-Anrainerstaaten zugeschrieben. Ohne einen einzigen Schuss selbst angegeben zu haben, ist damit der mittelbare mediterane Anschluss an das o.g. Gewässer erfolgt. So muss Außenpolitik laufen!

 

Roland, Samstag, 16. August 2008, 09:01 Uhr

"ck" gefällt mir in dem Wort aber besser. Es drückt mehr meine Einstellung zu diesen Dingen aus ...

 

Andrea Ypsilanti, Samstag, 16. August 2008, 10:19 Uhr

@ Roland Koch: Ihren Kommentar vom 15.08.08 möchte ich im Großen und Ganzen unkommentiert stehen lassen. Nur soviel: Er steht stellvertretend für Ihre Politik der Ausgrenzung. Und die Wortwahl, derer Sie sich bedienen, ist widerlich und selbstdisqualifizierend!
Lieber Herr Koch, durch diesen Kommentar haben Sie nachträglich und auf imponierende Weise die Richtigkeit des durch die WählerInnen initiierten Politikwechsels bestätigt: Hessen ist reif für eine Politik der Integration und des Miteinanders! Gehen Sie nach Hause und schreiben Sie Ihre Memoiren, vielleicht besteht ja unter den LeserInnen noch Bedarf an Einschlafliteratur!
Und damit ich hier nicht falsch verstanden werde: Ich verurteile die Bluttat von Rüsselsheim aufs Schärfste und möchte, dass die Täter schnellstmöglich und konsequent bestraft werden!

 

O�Hara, Samstag, 16. August 2008, 10:49 Uhr

@Andrea Y.: Es ist an der Zeit, Dich zu erkennen zu geben. Was ist denn falsch gelaufen an der von allen Parteien versuchten "Integration"? Integration setzt - mit Blick auf die Silbe "In" voraus, dass was da ist, in das integriert werden kann. Wenn wir uns als Gesellschaft selbst noch nicht gefunden haben, sondern zunehmend individualistisch nebeneinander her leben und streben, können wir auch nix integrieren. Wir haben längst Parallelgesellschaften ausländischer Mitbürger - Notwendigkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache oder Anpassung in andere Weise sind nicht (mehr) erforderlich und werden auch in diesen Diasporen nicht eingefordert. Die als Gruppe denkenden und handelnden "Integranten" haben es hier leichter, sich faktisch zu manifestieren. Der freundlicher Weise nachgeschobene Wunsch nach Strafe macht die Argumentation nicht besser. Die Defizite sind im Bereich der (vorbeugenden) Gefahrenabwehr und nicht bei der (nachfolgenden) Strafverfolgung. Zu begrüßen ist natürlich an dieser Stelle der aktuelle Aufruf von mehreren türkischen Kulturvereinene zum friedlichen Dialog. Bis zum nächsten Herrenabend bei Titte!

 

Prof. Dr. Sherbetcioglu, Samstag, 16. August 2008, 12:48 Uhr

Frau Ypsilanti, Sie argumentieren widersprüchlich. Wie soll denn eine Integration der besagten Delinquenten, die mit ganz offensichtlich mangelndem Unrechtsbewußstein ihre - nach deutschem Kulturverständnis nachgeordnet zu bewertenden - Ehre verteidigt haben, durch konsequente Bestrafung gelingen? Glauben Sie hierdurch würde ein Prozess der Leuterung und Assimilierung angestoßen werden? Dann setzen Sie sich doch mit Herrn Koch in das gleiche Boot.

In Wahrheit sind diese armen, fehlgeleiteten Migranten doch selbst Opfer, Opfer von mangelnder Fähigkeit der Einsicht in die Dinge. Sie bedürfen daher eines intensiven Therapieprozesses mit engmaschiger Überwachung, oder anders ausgedrückt einer wirkungsvollen Ganztagsschulung in Sachen Rechtsstaat und Gewaltmonopol des Staates.

An die Stelle der Verwirklichung des Faustrechts tritt das Verfahren nach der StPO. (Man muß diesen Menschen ja nicht gleich erzählen, daß § 185 StGB ein Antragsdelikt ist, bei welchem der Antragssteller auf den Weg der Privatklage verwiesen werden kann, bei der nichts herauskommt.).

 

Roland Koch, Samstag, 16. August 2008, 13:03 Uhr

Laberverein.

Ich sage erst einlochen, dann abschieben.

Wer sich unserer Leitkultur nicht anpasst, soll seine Konflikte in dieser anarchaischen Weise doch dort austragen, wo so etwas noch Stammessitte ist.

Es muß also hart durchgegriffen werden. Und Frau Y. ist bei allem Respekt vor Ihrer Frisur hierzu einfach nicht in der Lage.

 

Dubai-Daum, Samstag, 16. August 2008, 19:39 Uhr

Teil 1:
Falsch gelaufen ist bei uns seit über zwei Jahrzehnten die Zuwanderung. Von Zuwanderungspolitik konnte lange Zeit auch überhaupt keine Rede sein, da man ja bekanntermaßen so lange gebraucht hat, zu begreifen, dass wir ein Zuwanderungsland sind. Die Zuwanderung erfolgte deshalb entsprechend lange hemmungslos und ungesteuert und zu einem unerträglich hohen Prozentsatz direkt in unsere sozialen Sicherungssysteme. Allein daraus resultiert schon genug Mißstimmung in der Bevölkerung. Angezeigt ist dagegen eine vernünftige, d. h. nach ökonomischen Gesichtspunkten gesteuerte Zuwanderung. Kostprobe gefällig: In Deutschland liegt der Anteil der hochqualifizierten Zuwanderer bei 18,9 %, in Kanada liegt ihr Anteil bei 46,1, in Irland bei 45,4 Prozent (in 2007).
Nun zur Integration: Diese läuft über die Sprache des Zuwanderungslandes und die Teilhabe am dortigen Arbeitsleben. Hinsichtlich der Steigerung der Sprachkompetenz bei jungen Migranten und jungen Menschen mit Migrationshintergrund dürfte Fr. Y. mit ihrer Forderung nach einem Ausbau des Ganztagsschulsystems durchaus richtig liegen, wenn es um die Optimierung der staatlich gelenkten Integration geht.

1 2 »

Kommentar schreiben:
Name:  

Admin-Login