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Dienstag, 05. Mai 2009, 06:12 Uhr
Zwei kleine Italiener...
.. sang Conny Froboess 1962. Erste Versuche einer Integrationspoltik, die im Zeichen der industriellen Globalisierung neue Dimensionen erreicht. Wird es das deutsche Modell (u. re., bereits mit spanischem Namen) auch weiterhin geben?
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Gibt es bald nur noch Spaghetti in den Werks-Kantinen von Rüsselsheim, Bochum, Eisenach etc. Hat der Italiener (o. li.) die Nase auf Dauer wirklich vorn? Gibt es überhaupt noch "nationale" Konzerne? Und wer ist überhaupt Fiat (Fabbrica Italiana di Automobili Torino oder - eher frei übersetzt aus dem Lateinischen: "es wird schon werden". Hoffentlich.
Kommentare:
Webby Wirtschaftsweiser, Dienstag, 05. Mai 2009, 07:25 Uhr
FIAT steht bekanntlich für "Fehler In Allen Teilen". Andererseits wundert mich folgendes: Mal ganz egal, welcher Investor Opel letztlich übernehmen wird ... in jedem Fall wird es Einschnitte und Sparmaßnahmen geben. Irgendwie merkwürdig: Die Regierung verlangt seit Wochen "wirkungsvolle Konzepte", doch dann ist das Gejammer groß, wenn einer daherkommt und Vorschläge zur Rettung/Sanierung unterbreitet. Es steht doch fest, dass es nicht so wie bisher weitergehen kann. Vielmehr muss gespart werden - und das bedeutet entweder Werksschließungen oder Entlassungen. So traurig das ist ... es ist immer noch besser als eine Insolvenz.
Dubai-Daum, nicht Wirtschaftsweiser, Dienstag, 05. Mai 2009, 16:25 Uhr
Ein Investor kauft ein Unternehmen, um Profit zu machen. Auch durch den Kauf eines überschuldeten Unternehmens will er früher oder später seinen Schnitt machen.
Vor die Amortisierung hat die Marktwirtschaft jedoch die Umsetzung von (unpopulären) Sanierungskonzepten gesetzt. Diese sollen ein marodes Unternehmen wieder profitabel machen. Sie sehen den radikalen Abbau von Überkapazitäten vor durch Werksschließungen und Entlassungen unter besonderer Berücksichtigung nicht profitabler Bereiche. Und sie sollen das Unternehmen am Markt zukunftsorientiert positionieren für die Zeit des zu erwartenden konjunkturellen Aufschwungs. Wann dieser kommt, weiß jedoch niemand ...
Was passiert bis dahin?
Nun, die von einer Entlassung Verschonten werden sich den Arsch aufreißen müssen, werden unter Einhaltung von Qualitätsstandards eine hohe Effizienz sicherstellen müssen! Und das für zu erwartende deutlich niedrigere Reallöhne!! Weil nämlich die neuen Arbeitslosen auch Geldleistungen erhalten. Zunächst das beitragsfinanzierte ALG I (weniger müssen für mehr mehr Beiträge zahlen), dann das steuerfinanzierte ALG II (aus einem Topf, der gespeist wird durch höhere steuerliche Abgaben von weniger Gewordenen).
Und unsere überwiegend pyknischen Politiker sollen diese simplen Zusammenhänge nicht blicken?!! Aber sie haben gute Gründe, warum sie so tun als ob ...
Don Silentio, Dienstag, 05. Mai 2009, 17:57 Uhr
@Webby:
bei GM steht FIAT für "Fix It Again Tony".
Ich stimme dir bzgl. Gejammer zu. Besser einen Investor mit Geld, Vision und Einsparungszielen als Insolvenz.
@DD:
Den "Arsch aufreißen" tun wir uns jetzt schon und müßten es in Zukunft mit oder ohne Hilfe von Außen eh noch mehr.
Webby, Mittwoch, 06. Mai 2009, 12:38 Uhr
@ DD: Ja, das ist das Perfide an der schönen neuen Börsenwelt ... Investoren kaufen Unternehmen, um Profit zu machen, die Reallöhne sinken, ALG treibt die Steuern in die Höhe ... und wer profitiert davon, wenn alles so klappt, wie sich's der Investor vorstellt? Die Aktionäre. Die Gier der Shareholder ist's nämlich, die zum moralischen Werteverfall in unserer Gesellschaft beigetragen hat. DAX is the new God – jedenfalls für die Gottlosen.