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Mittwoch, 01. Juli 2009, 13:05 Uhr
Bluttat im Gericht – Zeugin ermordet
Nicht genug damit, dass Dresden nicht mehr Weltkulturerbe ist. Jetzt ist auch heute noch eine 32 Jahre alte Zeugin bei einer Verhandlung am Dresdner Landgericht von dem Angeklagten erstochen worden. Nach Angaben der Gerichtssprecherin wurden bei dem Vorfall auch weitere Menschen verletzt. Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt.
Zu dem Gewaltausbruch kam es während einer Berufungsverhandlung zu einem Beleidigungsdelikt. Der Angeklagte war im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt worden. Für das jetzige Verfahren habe es keinen Anlass zu besonderen Sicherheitsmaßnahmen gegeben. Es gab keinerlei Anhaltspunkte, der Täter war auch nicht in Haft.
Gegen den aus Perm nahe dem Ural in Russland geborenen Mann wird nun wegen Totschlags ermittelt. Warum er nicht wegen Mordes angeklagt wird, wissen wahrscheinlich nur die verschworenen Geschworenen bzw. Personen, die in Rödermark wohnen oder bei den„Good Old Boys“ (wie auch anderswo) kräftig auf die Pauke hauen.
Kommentare:
R�derm�rker Geschworener, Mittwoch, 01. Juli 2009, 13:29 Uhr
Für mich immer noch ein Rätsel:
Wieso werden Angeklagte, Zuschauer etc. insbesondere bei Strafverhandlungen (u.i.ü. aber auch sonst) beim Betreten des Gerichtsgebäudes nicht gründlich durchleuchtet oder gefilzt?? Beispielsfälle, was da so was passieren kann, gibt's genug: Fall Bachmeier etc. (Korrespondent R'ohr-Hara hat sehr wahrscheinlich weitere Infos).
Sehr wahrscheinliche Antwort: weil's an Mitteln und am Personal fehlt.
Man könnte es auch ketzerischer formulieren: Der Staat kommt seiner Pflicht, seine Bürger in prekären Situationen zu schützen, grob fahrlässig nicht nach. Der Umzug von Bonn nach Berlin z.B. kostete Unsummen (von denen heute keiner mehr spricht), aber um Menschen im Gericht zu schützen ist nicht genügend Geld da. Oder nicht genügend Problembewußtsein.
Baishin Joe, Mittwoch, 01. Juli 2009, 13:38 Uhr
Nachtrag zu meinem Beitrag oben:
"Erst im April gab es in Landshut in Bayern eine Bluttat in einem Gericht
Nach jahrelangem Zwist um Geld erschoss dabei ein 60-jähriger Mann im Landgericht seine 48-jährige Schwägerin, verletzte deren Anwalt und eine zweite Schwägerin schwer und nahm sich mit einem Kopfschuss das Leben."
spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,618003,00.html
Wenn ich dazu lese, daß Politiker ein schärferes Waffenrecht fordern, mach "isch gleich de Frecke": ineffektives Geschwafel, daß am Problempunkt vorbeigeht.
T�impanist (Pauker), Mittwoch, 01. Juli 2009, 13:56 Uhr
Der Konflikt hinter dem Konflikt: Der Täter (Russlanddeutscher) und das Opfer (Ägypterin) mit je einem Kind (Staatsangeh. wie vor) auf einem Spielplatz (deutsch) im Kampf um eine Schaukel (ebenf. deutsch). Der macht- und zahnlose Ordnungsstaat verhandelt in Sachen "Beleidigung" und übersieht, dass er sich durch die Verurteilung des armen, nicht integrierten Quasi-Deutschen selbst der psychischen Beihilfe zu einem Tötungsdelikt schuldig macht. Wie kann man diesem armen Menschen so eine Steilvorlage geben. Und warum gibt es für die die ordnungsgemäße Benutzung einer Schaukel keine entsprechende Rechtsverordnung. Dann wäre das alles nicht passiert.
Geheimrat F, Mittwoch, 01. Juli 2009, 14:13 Uhr
muß hier meinem Blutsbruder zustimmen. Gebe zunächst überhaupt alle Stimmrecht zu Gunstern von Joe Weider Wippich, dem unerschrockenen Amtsrichter aus der seligen Stadt, ab. Bis demnächst
O�Hara, Mittwoch, 01. Juli 2009, 14:47 Uhr
Was die "unerschrockenen" Richter betrifft, sei darauf hingewiesen, dass es jedem Gerichtsvorsitzenden - also auch dem lieben Joe jeden Mittwoch (Sitzungstag) - freisteht als Vorsitzender der Verhandlung im Rahmen seiner Sitzungsgewalt Schutzmaßnahmen anzuordnen, wenn er diese für erforderlich hält. Gegen die Justizverwaltung muss man deshalb nur begrenzt meckern. Wir Richter können - falls für notwendig erachtet - jeden Beteiligten eines Prozesses unter Zuhilfenahme von Polizeikräften einer körperlichen Untersuchung unterziehen und Waffen pp. sicherstellen lassen. Man(n) muss das dann auch einfach nur machen. Ansonsten haben zunehmend mehr und mehr Gerichte eine Eingangsschleuse (z.B. in Darmstadt). Die Tat war nicht vorauszusehen - da wird man auch nichts machen können. Es ist schwer vorstellbar, die Republik mit Metallscannern für Gerichte (und alle Behörden dazu?) zu übersähen. Welche (besondere) Schutzpflicht soll denn der Staat bei unvorhergesehenen Fällen haben? Soll man dann gar an eine Mitverantwortung der Justizbehörden denken? In Dresden hat man vielleicht das Geld statt für die Metallschleuse für die Waldschlößchenbrücke ausgegeben.... Da gehen sie dann eben hin: Das Weltkulturerbe und die Ägypterin.
Joe Roy Bean, Mittwoch, 01. Juli 2009, 17:07 Uhr
Tut mir leid O'Hara, kann Dir nicht zustimmen!
1) Was die von Dir angesprochene Möglichkeit der Anordnung von Schutzmaßnahmen i.R. der Sitzungsgewalt betrifft, sind Deine Ausführungen wohl eher theoretischer Natur. Du kannst den beiden fußkranken, Rückenbeschwerden geplagten Wachtmeistern bei uns ja gerne mal versuchen, irgendwleche Anordnungen zu geben ... erläutere das gerne u umfangreich weiter bei einem erneuten P 4 Treffen.
2) Sämtliche dieser Taten - es sind zwischenzeitlich ja schon eine ganze Reihe - waren angeblich in concreto nicht vorhersehbar. Wären sie es gewesen, würde ich auch von vorsätzlichem Unterlassen sprechen, nicht von grob fahrlässigem.
Da sich jedoch - im Gegensatz zu früher, wo man der Obrigkeit noch einen gewissen Respekt entgegen brachte - in jüngerer Zeit Gewalt gerade auch bei Verhandlungen in Gerichtssäalen breit macht, erachte ich es als eine Pflicht der staatlichen Fürsorge, entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Schließlich ist ja auch genügend Kohle da, um unsere Politiker in gepanzerten Karossen herumzufahren etc., oder?
So haben wir denn in Seligenstadt in dem Neubau auch konsequenterweise eine Sicherheitsschleuse mit einem Detektor - nur laut Aussage unseres Direktors keinen Beamten, den er ständig da hinsetzen kann.
Na dann: gebt mir einen Colt u eine kugelsichere Weste, und ich sorge selbst für Ordnung. So läuft's in Amerika.
Just ice, Mittwoch, 01. Juli 2009, 19:58 Uhr
Man sollte den Tätern die Empfehlung geben, zuerst ihren Selbstmord auszuführen, um anschließend die weiteren Opfer zu eliminieren.
Bei dem Geisteszustand einiger der Täter könnte diese Strategie bedingte Erfolge zeigen.....
E�s wird schon gutgehen, Mittwoch, 01. Juli 2009, 20:58 Uhr
Eine kugelsichere Weste besorg ich Dir von den Polizisten; eine Waffe darfst Du nicht führen (denn Du bist ja "nicht gefährdet..."); außerdem ist es eher besser, man gibt Dir als ungeübtem Schützen keine Waffe in die Hand. Von fußkrankenken Wachtmeistern rede ich nicht (wir haben selbst einen 60kg-Italiener im VG Wiesbaden). Ich rede von der Amts- und Vollzugshilfe durch Polizeibehörden (mach doch mal aus Spass: 2 PolBeamte für jede Verhandlung anfordern, da Du dies als Verantwortlicher für erforderlich hältst. Irgendetwas (unwiderlegbares) zur Begründung wird Dir schon einfallen. Damit wirst Du in der hess. Justiz unsterblich (Roy "Joe Weider" Bean; "Judge Hulk" or whatsoever). Ich weiß: lieber Joe es ist unbefriedigend, aber wir haben nun mal ein freiheitliches Land und keinen Polizeistaat mit Ausgangssperren und Personenkontrollen etc. Selbst mit Blick auf die (behauptete) Zunahme der "Delikte gegen die Rechtspflege" vermag ich die unverzichtbare Notwendigkeit von umfänglichen Sicherheitsmaßnahmen so nicht zu sehen. Bevor wir bei Amts- und Verwaltungsgerichten drankommen, denke erst einmal an die Kollegen bei den Staatsschutzsenaten (Terroristenprozesse etc) oder die Strafrichter in Sachen organisierte Kriminalität. Da weht ein anderer Wind - und der wird dort auch ausgehalten. Bis wesentliche Änderungen eintreten, halte ich es mit D.D. (ca. 1980): "Bisdohl? Braach isch net - Mein Körbber is meine Waffe!"
Joe Salvator Resignatio, Donnerstag, 02. Juli 2009, 14:47 Uhr
Also gut, haste mich breit geschätzt. Ich sach doch, an Dir is en Politiker verloren gegangen.
Webby, Donnerstag, 02. Juli 2009, 15:14 Uhr
Breit geschätzt? Ich denke, Du bist schon breit (so oder so...). Übrigens: Liest Du das ganze Geschwätz noch?
;-))
B�reitsch�tzer, Freitag, 03. Juli 2009, 14:26 Uhr
Das war aber wieder mal freundlich....