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Sonntag, 05. Juli 2009, 10:36 Uhr

Wenn wir erklimmen...

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Aus aktuellem Anlass (s. Afghanistan) hat der Bundestag die Befugnisse unserer Soldaten im Hindukush "erweitert". In den "Nationalen Klarstellungen" zum Nato-Operationsplan wurden folgender Satz wurde komplett gestrichen: "Die Anwendung tödlicher Gewalt ist verboten, solange nicht ein Angriff stattfindet oder unmittelbar bevorsteht." Damit gilt ab sofort: "Nicht zaudern oder zögern" sondern: "Grenadiere: dran, drauf, drüber!"

Im diesem Kontext lohnt ein Blick auf die Heimatfront. Die Gebirgstruppe. Alle Jahre wieder treffen sich die Herrenwanderer der besonderen Art am Ehrenmal in Mittenwald und gedenken der Ihren. Ein ziemlich heißes Eisen, das deutlich macht, wie sprachlich geschickt sich die Bundesregierung (und zwar jede bislang!) zu dem Thema stellt. Außerdem lernen wir aus den Bundestags-Drucksachen, dass der Einsatz des Gebirgsmusikkorps nur 2.248,29 €, ein Ehrenposten pro Stunde sogar nur 16,82 € kostet (vgl. Link).

Kommentare:

D�er Bundesverteidigungsminister, Montag, 06. Juli 2009, 04:24 Uhr

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Ab heute für Tapferkeit erhältlich. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr.

 

Webby, Montag, 06. Juli 2009, 08:17 Uhr

1x bitte. Hab' schließlich gedient (im Gegensatz zum Hulk).

 

W�15, Montag, 06. Juli 2009, 08:50 Uhr

Aber doch nur in Frankenberg! Das "Kundus-Kreuz" gibt es natürlich nur für Frontkämpfer.

 

Geheimrat F, Montag, 06. Juli 2009, 09:18 Uhr

Außenminister Steinmeier hat es in einem Interview kürzlich sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Die Entscheidung, sich an den Nato Einsätzen in Afghanistan zu beteiligen, wurde getroffen, weil von dort durch die Ausbildung von Terroristen für unser Land eine konkrete Gefahr für unser eigenes Leben ausgeht (Bombenanschläge Madrid....). Man sollte das nicht vergessen, und in diesem Zusammenhang ist es fehl am Platz, in der Heimat bei jedem Kriegsereignis erneut den Ausstieg zu diskutieren.

 

Joe, Montag, 06. Juli 2009, 10:36 Uhr

Gebe meinem Blutsbruder mal wieder uneingeschränkt Recht. Deutschland kann sich nicht immer nur aus allem heraushalten wollen und die Drecksarbeit den anderen überlassen. Es bedarf wohl keiner Diskussion darüber, daß von den Taliban und Al Quaida eine - auch in Deutschland aktuelle Gefahr - ausgeht. Wir haben nun mal bestimmte Wertvorstellungen, die von denen nicht geteilt werden.

Unsere Mission vor Ort war ja zunächst die, das Land wieder mit aufzubauen. Die Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens dürfte außer Frage stehen. Wenn wir jedoch dabei angegriffen werden, müssen wir uns auch effektiv verteidigen können.

Zweitens ist es so, daß die radikalen und gewaltbereiten Fundamentalisten es keineswegs bei einem Kampf im eigenen Land belassen, sondern darum bemüht sind, diesen in die (westliche) Welt hinauszutragen. Dem wird man nicht Herr, indem man sie sich reorganisieren und wieder aufbauen und erstarken läßt. Alles andere ist blauäugiges Wunschdenken.

Man kann mit Spinnern nicht verhandeln, siehe Korea, siehe Iran, etc. Was das betrifft kann man im Grunde nur hoffen, daß es nicht eines Tages den ganz dicken Knall gibt.

 

Webby, Montag, 06. Juli 2009, 10:52 Uhr

Stimme ebenfalls zu, zumal ich ordnungsgemäß seinerzeit meine Wehrpflicht abgeleistet habe.

 

O�Hara, Montag, 06. Juli 2009, 12:22 Uhr

Freue mich sehr über Joes und Bushidos Grundeinstellung, die ich zwar grundsätzlich teile, indes mir auch wünschen würde, dass für den gefahrvollen Einsatz eine zeitliche Perspektive und ein zu erreichendes Ziel präzisiert werden. Daran fehlt es noch (weshalb vielleicht 69% der Bevölkerung dagegen sind?). Habe aber zunächst mal die Blutsbrüder als Freiwillige beim Personalstammamt der Bundeswehr gemeldet und ihre Verwendung als Divisionsrechtsberater bzw. Oberfeldarzt (jeweils: ISAF) angeregt. Weiteres von Amts wegen.

 

Joe, Montag, 06. Juli 2009, 12:56 Uhr

Da hat er natürlich nun auch wieder Recht, unser krisengebiet-erfahrener 'RohrHara: in der Tat sind die Perspektive bzw. das erreichbare Ziel ein Problem, was den Afghanistaneinsatz betrifft.

Verweise hierzu auf:
www.heute.de/
ZDFheute/inhalt/0/0,3672,5255104,00.html

's is halt doch immer alles etwas komplexer, wenn man sich erst mal in die Materie hinarbeitet.

Trotzdem: einen Rückzug unserer Einsatzkräfte halte ich für falsch. Wenn man etwas anfängt, muß man es auch zu Ende bringen, sonst kann man es gleich sein lassen. Wenn man jetzt die Leute abziehen würde, wäre das m.E. zum einen das falsche Signal an die Taliban, zum anderen würde es langfristig die Gesamtlage wohl eher destabilisieren, als stabilisieren.

 

Roarin� O�Hara, Montag, 06. Juli 2009, 13:17 Uhr

Nicht nur an das Gute im Menschen Glauben: Nach dem Zusammenbruch des Gegners im Osten (Perestroika etc.), war die Bundeswehr auf ein neues Feindbild dringend angewiesen. Deswegen trägt die Truppe zunehmend mehr "khaki-grau" als "oliv-grün". Manches merkt man an den Kleinigkeiten...

Ihr werdet zudem sehen: Je klarer und überzeugender man den "Verteidigungsauftrag" der Truppe dem Volk erklären kann, desto größer wird die Zustimmung sein. Nicht vergessen: Vor 1-2 Jahren waren noch 75% der Bevölkerung für den Einsatz. Eine (hoffentlich nicht) steigende Anzahl unerklärlicher Zinksärge verhält sich umgekehrt proportional zu den am 27. September zu erwartenden Stimmen. Allerdings: Ein einziges kleines Sprengstoff-Attentat - etwa in der Eingangshalle des Frankfurter Flughafens - ließe dies Sache schon wieder ganz anders aussehen... Freund Joe hat sich jedenfalls schon mal als "vorgeschobener Beobachter" bewährt (Pizza Connection).

Zur "Gebirgstruppe" fällt Euch wohl nix ein?!

 

Webby, Dienstag, 07. Juli 2009, 06:18 Uhr

Vielleicht bräuchten wir auch eine Gebirgstruppe in Neukölln. Da hält sich die deutsche Obrigkeit nämlich seit einiger Zeit raus und gibt Teile des Staatsgebiets im Land auf. Was nicht heißen soll, dass wir uns aus Afghanistan zurückziehen sollen. Indes: Die Notwendigkeit für Handlungsbedarf liegt weit näher als es scheinen mag.

 
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