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Mittwoch, 25. November 2009, 07:05 Uhr

Pressefreiheit � la Koch

Am kommenden Freitag ist zwar noch nicht der 6. Dezember, aber der Nikolaus steht dann trotzdem im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Freilich handelt es sich um ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, dessen Vertrag auf Drängen der CDU nicht verlängert werden soll. Hessens Ministerpräsident Roland Koch hatte als Vorsitzender des ZDF-Verwaltungsrats schon im Februar gegen eine Verlängerung plädiert. Er scheint die Mehrheit der CDU-Mitglieder im Rat auf seiner Seite zu haben. Prominente Journalisten fürchten, dass mit der Abwahl Brenders ein Verstoß gegen die Europäische Charta für Pressefreiheit begangen werden könnte.

Das Problem mit Brender ist, dass er sich keinem politischen Lager zuordnen lässt. Ein unabhängiger Journalist also ... aber eben nicht berechenbar. Das scheint einigen Politikern ein Dorn im Auge zu sein.
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Kommentare:

Geheimrat F, Mittwoch, 25. November 2009, 09:27 Uhr

....man müßte mal überprüfen wie unabhängig Herr Brender wirklich ist.

Aber prinzipiell schließe ich mich der Meinung unseres kritischen Webmasters, - der wie wir wissen eine äußerst sensitive Spürnase für politisch-moralische Fehlentwicklungen in unserem Staat hat - dieses mal an.

 

MA Webby, Mittwoch, 25. November 2009, 10:31 Uhr

Dass ist das noch erleben darf!

 

O�Hara (minister�s former legal advisor), Mittwoch, 25. November 2009, 11:35 Uhr

Right or Wrong - it´s my country ;-)

 

Mike M, Mittwoch, 25. November 2009, 13:45 Uhr

"Dick werd Ding"

 

Joe, Mittwoch, 25. November 2009, 14:00 Uhr

Was heißt hier: "... schließe ich mich der Meinung unseres kritischen Webmasters an"?
Ich vermag aus dem obigen lauen Beitrag gar keine Meinung zu entnehmen, lediglich eine Vermutung bzgl. eines Dorns im Auge.

Koch ist ein Arsch!
Das ist eine Meinung!
Und zwar meine, wenn RoKo in bekannter Manier (L'etat, c'est moi) unter Schützenhilfe einiger seiner Schergen versucht, einen unliebsamen Vertreter der Medien zu schassen.

Ich verfolge diese Geschichte sonst seit einiger Zeit (Beiträge: 35 Verfassungsrechtler warnen Koch, Politiker stellen sich hinter Brender), und kann nur den Kopf schütteln. Unsere Schweinebacke hat offensichtlich nichts dazu gelernt.

Wird Zeit, daß dessen "Anstellungsvertrag" mal nicht mehr verlängert wird.

 

O�Hara, Mittwoch, 25. November 2009, 14:48 Uhr

Ich bin immer wieder begeistert, wie so profund sich alle Wanderer zu einer Sache äußern können, deren Wahrheitsgehalt allein auf eine (stets tendenzfreie) Presse rekurriert. Der Verwaltungsrat des ZDF ist sowohl für die Berufung als auch für die Abberufung eines Chefredaktuers zuständig. Die Mehrheitsmeinung dieses demokratisch (qua Parlament) legitimierten Gremiums muss man nicht teilen, es hat aber zunächst mal nichts mit Schweinebacken und Schergen zu tun. Qualifizierte Kritik liegt mir sehr, aber kein emotionales Gehacke. Man muss RoKo nicht mögen, denn man kann ja wählen, wen man will, aber in 1999, 2003, 2008 und 2009 ist er eben letztlich als Sieger aus den Wahlen hervorgegangen. Soweit Gründe gegen Brender sachfremd und rein politisch motiviert sein sollten, rechtfertigt dies auch keine Mehrheitsentscheidung. Hiergegen steht Herrn Brender i.Ü. der Rechtsweg offen - natürlich beim Verwaltungsgericht Wiesbaden. Schade, dass ich im Moment in Darmstadt arbeite....

 

M�einungsfreiheit Ltd., Donnerstag, 26. November 2009, 06:58 Uhr

Grad kommt mir in Erinnerung
- als die Wand´rer waren jung -
ein Fall von ähnlichem Gewicht
ich erzähl´s Euch im Gedicht:

Das Zett de eff, das sitzt in Mainz
(in Wiesbaden, da gibt es keins)
und in de Meenzer Fassenacht,
hat vor Jahren man´s vollbracht
und hat doch einen rausgeschmisse
weil er die annnern angeschisse
mit seinen Versen, die - zwar heiter -
doch auch politisch war´n und weiter
noch: betrafen oft die CDU
und Helmut Kohl gab keine Ruh
bis der Störenfried beseitigt
und im TV nicht mehr beleidigt
mit seinem scharfen Geist und Reim
den Mächtigen aus Oggersheim.

Viele Jahre durft´ er sprechen
in Mainz im kurfürstlichen Schloss
Mal als „Prinz Bibi“, mal als Hippie,
für manchen "Alten" war´s zu kritisch
Drum "Schluss jetzt", sprach darauf der Boss
in der Meenzer Staatskanzlei
da war´s mit der Fassenacht vorbei

Doch der Mann tat nicht verzagen
Sogleich begann er es zu wagen
Seine Gedanken – gar nicht nett –
Zu äußern: Jetzt im Kabarett.
Ihr kennt ihn alle, diesen Künstler
Der auch ohne Meeenzer Günstler
im Unterhaus, so dann und wann
Karriere machte als freier Mann,
während die verblieb´ne Garde
tanzt in Reih und auch in Glied
weiter in der Fassenacht
wo Politik die Strippen zieht
und subtil peinlich überwacht
ob einer untergräbt die Macht
und sprachlich sägt an einem Sitz
wie damals „Herbert Bonewitz“.

(Abgang, Narhalla-Marsch)

 
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