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Montag, 14. Dezember 2009, 05:14 Uhr

"Vom Kriege"

Deutsche Wochenschau R’eloaded
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"Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" (Vom Kriege, Clausewitz [1780-1831]). Wenn drei Wochen vor einer Bundestagswahl zwei Tanklaster nebst 142 Weichzielen in der Statistik auftauchen, kann es schon mal eng werden mit der Kriegsberichtertstattung. Da war es angenehmer, das Thema medial flach zu halten. Sonst hätten Lafontaine, Gysi und die anderen Weicheier noch mal im Wahlkampf dagegen gehalten. Ein Minister, ein Staatssekretär und ein General sind in Berlin bereits gefallen; Jungtalent zu G. steht unter Beschuss. Dass ein Vorfall dieser Relevanz auch vollständig dem Kabinett gemeldet und damit der Kanzlerin bekannt werden muss, liegt auf der Hand. Die Bundesregierung ist gut beraten, wenn sie nicnt nur in Afghanistan sondern auch an der Heimatfront ein Kommando Spezialkräfte (KSK) zur Krisenintervention einsetzt. Es drängt sich mir der Eindruck auf, dass zu G. in eine Kabinettsdisziplin gezwungen wird, die ihm noch das (junge) Genick brechen könnte. "Ein großer Teil der Nachrichten, die man im Krieg be­kommt, ist widersprechend, ein noch größerer falsch und bei weitem der größte einer ziemlichen Ungewissheit un­terworfen" (Clausewitz, wie oben; Buchtipp zu Weihnachten).

Kommentare:

Joe, Montag, 14. Dezember 2009, 10:14 Uhr

Unser Korrespondent O’ Hara ruht selten - auch heute wieder aktuelle Berichterstattung zu früher Stunde vor dem ersten Hahnenschrei.

In der Sache ein Thema, was mich die ganze Zeit schon berührt. Ein Lehrstück über Aufbau und Demontage von Talenten, und über das Deutschtum. Meiner Meinung nach ist Guttenberg ein fähiger Mann. Ich habe ihn reden gehört und gedacht, das hat Substanz. Vielleicht ist er zu schnell zu weit nach vorn gekommen, wie manche Medien berichtet haben, so daß man ihn schon bei der Kabinettsbildung auf diese undankbare Position des Verteidigungsministers geschafft hat, und Schwuchtel Güido Außenminister hat werden lassen.

Und nun ist er unter Beschuß in einer Sache, die absurder nicht sein könnte (Deutschlands Rolle in Afghanistan) und bei der sein einziger politischer Fehler der sein könnte, zur rechtenZeit nicht das Richtige gesagt zu haben. Und schon werden Stimmen nach seinem Rücktritt laut.

Mich kotzt diese ganze Scheinheiligkeit kann, und dieses erst aufbauen, dann wieder zertreten (Spiegel Titel: Der Entzauberte). Es ist ähnlich wie bei Obama: da er nach einem Jahr seiner Amtszeit die ganze Welt noch nicht retten konnte, gib's Kritik zuhauf. Es ist, als ob sich das ganze blöde Volk da draußen mit einem Male bewußt würde, daß bei all seinen Fähigkeiten er auch nur ein Mensch ist.

In der Politik zu sein ist heute mehr denn je ein Scheiß-Job, und ich wollte ihn für alles Geld der Welt nicht machen.

 

Webby, Montag, 14. Dezember 2009, 10:38 Uhr

Ich kann da meinem Blu ... äähh: ich kann da nur zustimmen! Herr zu G. hat zwar auch oft die üblichen Phrasen drauf, redet aber immerhin auch dann und wann Klartext. So hatte er den Mut, das Wort „Krieg“ in den Mund zu nehmen, während vorher nur verklausuliert von „Friedenssicherungsmaßnahmen“ die Rede war. Wenn er gehen müsste wegen eines Fehlers, den sein tumber Vorgänger in seiner weinseligen Winzerattitüde verbockt hat, dann wäre es um unsere Demokratie schlecht bestellt. Und dass einige unserer besserwisserischen Journalisten, bei denen es wahrscheinlich noch nicht mal zum Abschluss eines Studiums gereicht hat, ihm jetzt vorwerfen, er habe aber die Lage zunächst falsch beurteilt, und das dann gleich unterschwellig mit einer Rücktrittsforderung verbinden, ist einfach lächerlich.

 

Joe, Montag, 14. Dezember 2009, 11:01 Uhr

Thanks Webby - endlich mal wieder einer Meinung :)

 

O�Hara, Montag, 14. Dezember 2009, 11:16 Uhr

"Schleimer...". Ich glaube nicht, dass der hessische Wein dem Ex-Verteidigungsminister Jung die Sinne vernebelt hat. Ich denke eher, dass alle im Kabinett ziemlich informiert gewesen sein dürften und dass mit Blick auf die Wahl die Klappe gehalten wurde. Nachher mussten dann eben einige über die Klinge springen. Und das wird auch so weiter gehen. Auch z. G. ist da mehr gefangen, als er vielleicht sein möchte. So ist eben die Demokratie. Jedenfalls unsere sogenannte.

 

Webby, Montag, 14. Dezember 2009, 11:42 Uhr

Ich kann da meinem Blu ... äähh: ich kann da nur zustimmen! Übrigens: Wer war eigentlich der graumelierte Typ, der mir am Freitag direkt gegenübersaß? Ich kenn' den irgendwoher ... Eins weiß ich: Es war nicht zu G.!

 

Joe, Montag, 14. Dezember 2009, 12:34 Uhr

@O'Hara: genau das ist es, was ich mit Scheinheiligkeit meine.

Und was jetzt geschieht, ist noch scheinheiliger, diese Aufklärungs- und Diffamierungskampagne. Man muß das jetzt alles ziemlich breit treten, die Medien wollen ja nur - ganz empört - die Öffentlichkeit informieren (in Wirklichkeit haben sie ein Thema, mit dem sie wieder mal absahnen können), und ändern wird sich - hey, da sind wir wieder beim Thema - am Ende gar nichts.

Damit wir uns nicht missverstehen: die Welt ändert sich in jeder Sekunde, ob wir Menschen nun da sind, oder nicht.

Und auch die Menschen haben sich geändert: wir haben heute im Gegensatz von vor 10.00o Jahren einen aufrechten Gang und hausen nicht mehr Höhlen mit einer offenen Feuerstelle.

Aber wir hauen uns noch ganz so wie früher die Keule auf den Kopf, wenn auch mit anderen Mitteln, und zwar überall.

Da Lob ich mir einen Mann wie Obama, der die Dinge beim Namen nennt: "Ich stelle mich der Welt, wie sie ist. Hitler hätte man auch nicht durch Nichtstun besiegen können."

Der Agressionstrieb des Menschen ist eine anthropologische Konstante, um mit den Worten von D-D zu sprechen.

 

Webby, Montag, 14. Dezember 2009, 14:10 Uhr

Schon richtig mit der anthropolischen Konstante, mit Obamas Hitler, dem aufrechten Gang und der offenen Feuerstelle. Aber noch wichtiger ist für mich die Frage: Wer war eigentlich der graumelierte Typ, der mir am Freitag direkt gegenübersaß?

 

Webby, Montag, 14. Dezember 2009, 16:58 Uhr

Er hatte, glaube ich, eine Brille auf ...

 

Joe, Montag, 14. Dezember 2009, 17:22 Uhr

Meinst Du den, der Dir direkt gegenüber saß, den etwas kleineren?

 

m�ax planck mem�ries, Montag, 14. Dezember 2009, 18:25 Uhr

Hieß der nicht Gino? Oder Gregor? Oder Waltraud?

 

Webby, Montag, 14. Dezember 2009, 19:48 Uhr

Danke für Eure Hinweise und für Eure Anteilnahme, Jungs. Ich zermartere mir auch das Hirn. Das Problem ist: Er hat an diesem Abend praktisch nicht mit mir gesprochen und somit keinerlei Indizien geliefert. Bin echt ratlos. Ich weiß nur, dass er ein (alkoholfreies!) Weizenbier zu sich genommen hat – und dann eins bis zwei Rotwein. Irgendwie kam er mir bekannt vor. Vielleicht war's wirklich Gregor ... ja, ich glaube, so heißt er.

 

F�riendshipAnalyst, Dienstag, 15. Dezember 2009, 04:29 Uhr

Vielleicht sind gerade das "beredte Schweigen" und die mit Bedauern festgestellte "Non-Kommunikation" mehr als genug Inderzien...

 

Webby, Dienstag, 15. Dezember 2009, 08:35 Uhr

Früher war Gregor ganz anders ... :-(

 

Geheimrat F, Dienstag, 15. Dezember 2009, 09:06 Uhr

zunächst kann ich meinem Blutsbruder wieder einmal zu 100% in Allem! zustimmen. Danke Joe. (Kling schleimig, aber ich fands wirklich gut, jedes Wort ein Treffer, das zu Lesen hat mir richtig gut getan).

Tipp an Webby: zur Kontaktaufnahme mit dem Graumelierten könntest Du`s mal über die Hunde probieren. .-...zB: hast Du auch solche Probleme mit deinem Gino? Also bei Raika.....

 

Webby, Dienstag, 15. Dezember 2009, 11:14 Uhr

Ich will auch einen Blutsbruder, wo doch jetzt Gregor nichts mehr von mir wissen will ...

 

Joe, Dienstag, 15. Dezember 2009, 14:53 Uhr

Tja, Webby, irgendwie hatte ich schon die ganze Zeit so einen Eindruck ...

Und glaub' mir, so ein Blutsbruder ist was Feines. Und mit Bushido bin ich immerhin nun schon seit 45 Jahren verbunden!

 

Webby, Dienstag, 15. Dezember 2009, 15:27 Uhr

Ach so ... und ich dachte immer, ihr wärt Zwillinge (und bei der Geburt getrennt worden). So kann man sich täuschen. Aber dass Gregor in letzter Zeit immer blutleerer geworden ist, das setzt mir echt zu ... Ihr seid zu beneiden, ihr zwei beiden!

 

ein Freund, Mittwoch, 16. Dezember 2009, 06:49 Uhr

Greeeegor, , Greeeegor, so hör doch Webbys Hilfe Rufe!!!

 

Webby, Mittwoch, 16. Dezember 2009, 07:28 Uhr

Mensch ... das ist vielleicht die Erklärung für Gregors Schweigen: Er hört nicht mehr gut (die vielen Rockkonzerte, Ihr erinnert Euch ...). Irgendwie bin ich jetzt beruhigt – Weihnachten kann kommen!

 
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