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Montag, 21. Dezember 2009, 15:08 Uhr

�Da stimmt etwas nicht“

Der Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, beklagt eine Asymmetrie bei der Religionsfreiheit. Christen würden in muslimischen Ländern, etwa in der Türkei, in ihrem religiösen Leben behindert, sagte der Kardinal.

Seit zwei Jahren kämpfe er vergeblich darum, dass Christen die Pauluskirche im türkischen Tarsus„permanent zur Verfügung gestellt bekommen“. Tarsus ist der Geburtsort des Apostels Paulus. Die nach ihm benannte Kirche war 1943 vom türkischen Staat beschlagnahmt worden. Heute dient das Gebäude als Museum, Gottesdienste sind nur nach Absprache möglich.

„Es ist ein Kampf, der vergeblich ist. Und da fragt man sich vom Gefühl her: Da stimmt etwas nicht. Und daher kommt auch so die ganze Aversion gegen unsere muslimischen Mitbürger.“
„Wir haben in muslimischen Ländern als Christen keine Möglichkeiten, uns zu entfalten“ sagte Meisner. Vor fünf Jahren habe im arabischen Emirat Katar eine Kirche für 100.000 christliche Gastarbeiter gebaut werden dürfen –„aber per Gesetz ohne Turm, ohne Glocke, ohne Kreuz“.

Er sage jetzt nicht, wir müssen das in Deutschland genau so machen.„Ich stehe ganz hinter unserer Religionsfreiheit, und da haben auch die Muslime ein Recht, ihre Religion zu leben bis hin zum Moscheenbau. Aber wenn gleichzeitig in Europa verboten oder geboten werde,„dass wir die Kreuze abnehmen“ - etwa vom Europäischen Gerichtshof angeordnet, und ein deutsches Gericht verfüge, dass in einer deutschen Schule ein Zimmer für muslimische Schüler zum Gebet freigemacht werden müsse,„dann ist das so eine Asymmetrie, dass die Leute sagen, hier stimmt doch was nicht“.

Wenn es in Deutschland eine Abstimmung wie in der Schweiz über ein Minarettverbot gebe, so glaube er nicht,„dass die hier viel anders ausfiele“. Dies müssten Politiker auch ins Kalkül ziehen. Meissner kritisierte, dass es in den politischen Parteien, aber auch in der Kirche zu wenig Vorbilder gebe, die nach den Maximen des Evangeliums leben:„Ich habe keine Angst vor der Stärke des Islam, sondern vor der Schwäche der Christen.“

Kommentare:

Joe, Montag, 21. Dezember 2009, 16:47 Uhr

Wo er Recht hat, hat er Recht der Mann.

Was aber sind die tieferen Ursachen für das beschriebene Phänomen? Es ist nun mal so, daß bei uns die Bedeutung der Religion abgenommen hat, wohl unter anderem deswegen, da wir säkularisiert sind, wohingegen die Muselmanen - glaubensmäßig - irgendwie noch im Stadium des Mittelalters gefangen sind.

Es ist natürlich auch eine Frage der Vorbilder. Ich will ja keinem auf die Füße treten, aber den Papst kann man nun mal nicht mehr ernst nehmen. Zumindest was das betrifft muß ich Hagen Rether zu 100 % Recht geben:
www.youtube.com/watch?v=Dd4frGTooaw

 

O�Hara, Montag, 21. Dezember 2009, 22:26 Uhr

Die "Abschaffung der Vorhölle an einem Vormittag" - einfach auf den Punkt!

 
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