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Freitag, 12. Februar 2010, 08:29 Uhr

Der Holzfäller

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„Er zündelt am Staat“„empörend“: Die Kritik an Guido Westerwelle ist nach dessen Äußerungen zu Hartz-IV-Empfängern vernichtend – aber der FDP-Chef holzt weiter: Er werde keine Silbe zurücknehmen, in Deutschland herrsche geistiger Sozialismus, betonte Westerwelle. Was uns zur Frage führt: Kann die FDP überhaupt regieren? Was ist von der Mannschaft zu halten? Sind den großen Tönen bislang Taten gefolgt? Und: Wo ist N(i)ebel? Freundliche Einladung zu einer regen Diskussion, verbunden mit der vagen Hoffnung, nicht nur von den üblichen Verdächtigen zu hören ...

Kommentare:

P�arachooters do it in the air, Freitag, 12. Februar 2010, 09:51 Uhr

Plötzlich und unerwartet geht es bei der FDP um politische Überleben. Da muss man Position beziehen. Schon gegen Rüttgers, der bei einer Umfrage in NRW nach bekannten SPD (!) Politikern den 3. Platz erreichte. Wie immer ist ein Körnchen Wahrheit an Guidos Parolen, ebenso wie bei jenen seiner Kritiker. Da in Deutschland aber nicht sachlich, sondern emotional und mit Unterstützung der Medien Politik gemacht wird, werden wir sehen, dass dies der Einstieg in den Niedergang der FDP ist. In NRW wird es Schwarz-Grün geben, andere Länder werden folgen. Die FDP im Dilemma nähert sich dem Verhalten von Lemmingen... Oder dem von Fallschirmspringern...

 

Billy Boy, Freitag, 12. Februar 2010, 11:17 Uhr

Weg mit dem Ferein Deutscher Plödmänner! Und wer ist überhaupt dieser Rüttgers Club?

 

O�Hara, Freitag, 12. Februar 2010, 12:06 Uhr

Wenn sich FDP (und CDU) nicht ernsthaft auch um jene bemühen, die ohne eigenes Verschulden in unserer immer nach vorne strebenden und ständig wachsen müssenden Gesellschaft den Anschluss verlieren, werden die radikalen politischen Kräfte Zulauf erhalten. Wer trotz redlichem Bestreben seinen Lebensunterhalt nicht mit einem Berufsbild bestreiten kann, das unsere Gesellschaftsordnung vorhält (Friseur, Maurer, o.ä.) und demnach ergänzender Sozialhilfe bedarf, macht deutlich, dass das System ins Wanken gerät. Konnte man vor 50 Jahren noch mit Hauptschulabschluss und Handwerksausbildung ohne Stigma seinen Platz in der Gemeinschaft angemessen sichern (und bspw. seinem Nachwuchs eine richterliche Tätigkeit ermöglichen), so wird das heute eher knapp. Unser demokratischer und sozialer Rechtstaat droht aus den Fugen zu geraten. Zur Lösung dieses aus meiner Sicht vordringlich anzugehenden Problems sind die Äußerungen des Guido W. ungeeignet. Sie zeigen - neben der politischen Not der F.D.P. - die völlig fehlende Sensibilität für die Belange des gesamten Volkes, für das er seinen Amtseid geleistet hat. Einige wenige "Leistungsträger" werden ihm beipflichten, solange er noch auf dem Treppchen steht. Wenn er so weiter macht, wird er im N(i)ebel verschwinden. Die gegenwärtige Politik macht mir Sorge und lässt Enttäuschung, ja fast Wut aufkommen. Je mehr man davon versteht, desto schlimmer wird es...

 

Webby, Freitag, 12. Februar 2010, 14:25 Uhr

Köstlich: Guido wird im Niebel verschwinden. Man stelle sich das mal bildlich vor! (Bei Guido kein Problem.)

Und jetzt im Ernst: Der Kandidat O’ Hara hat 100 Punkte. Sachlicher und zutreffender hätte ich's auch nicht sagen können.

 

W., Freitag, 12. Februar 2010, 14:26 Uhr

Übrigens, O’Hara ... was Deinen letzten Satz angeht: Mach' Dir keine Sorgen, der Geheimrat wird Dir bestimmt mit einem kessen Spruch die Sorgenfalten von der Stirn vertreiben. Wollemerwette? (Narhallamarsch und ab!)

 

H�artz IV, wie es singt und lacht, Freitag, 12. Februar 2010, 16:03 Uhr

Fünfhunnert is des Minimum
für des Menschen Existenz -
die einen fahrn mi´m Auto rum
PS - 500 - des is PotenS
En annern freute diese Zahl
als Euro in sei´m Port´monnaie
doch da gibt es nur Harzt IV
manch so einem dud des weh.

Auch wenn se sich de Arsch uffrobbe
und täschlisch ihr 12 Stunde kloppe
sie packe die fünfhunnert net,
die annern ihr´n so schöne Waache
leicht und locker vorwärts traache

Die zweite dieser beiden Kasten
Dud net roste - weil sie nicht rasten
Des dicke Auto - gar net dumm
Rost´ aach net: weil Aluminum

Und wird es nix in NRW
mit 5 Prozent - dud des net weh
ich bleib Minister, Vizekanzler
und hab mei(n) Latte im Cafe Kranzler
pfeif´uff die Gebote von de Bibel
gibt s Stress, verschwind ich schnell im N(i)ebel.

Allen wohl und niemand weh
Fassnacht mit der F.D.P.
Ich hab Euch alle gerne, gelle
Ihnen Euern Westerwelle

P.S.: Der Wahrheit ist verpflichtet
ein jeder, der bisweilen dichtet
drum will ich es auch nicht verschweigen
dass in dem Hilfsempfängerreigen
so machn ein fauler Sack sich sonnt
unn nix schafft, obwohl er´s konnt
da gibt´s nur eins - ich muss es saache:
De Knüppel raus und druffgeschlaache!

 

Joe, Freitag, 12. Februar 2010, 16:31 Uhr

Mein sehr verehrter und geschätzter Kollege kommt so langsam aber sicher auch zu der Erkenntnis dieses weisen, lächelnden Mönches, auch wenn er davon noch ein gutes Stück Weg entfährt ist.

Doch insbesondere sein letzter Satz ist es, der genau in diese Richtung weist. Und ich kann ihm da nur beipflichten; habe Ähnliches ja schon früher reklamiert.

Fakt 1) ist (trotz Bushidos stetem Optimismus), daß die Gesamtsituation alles andere als rosig ist. Hiermit meine ich konkret und insbesondere die gesamt-gesellschaftliche Entwicklung.

Fakt 2) ist, daß Verstehen der Zusammenhänge und unermüdlicher Einsatz für die Sache (so Freund O'Hara) definitiv nicht weiterhilft und - ich sage es noch einmal klar und deutlich - in unserem bestehenden System läßt sich nichts mehr zum Positiveren ändern.

Es würde den Beitrag hier sprengen, aber Belege für Obiges könnte ich seitenweise anführen. Ein Freund von mir außerhalb der H-Wanderer (Rechtsanwalt, viel arbeitend und erfolgreich, dabei aber sehr bodenständig und mit Blick für Realitäten) fragte mich vor einigen Jahren mal: "Was willst Du eigentlich noch in diesem sterbenden Staat?"

Dieser Satz ist mir in steter Erinnerung.
Zum Werteverfall etc. lest z.B. mal:
www.spiegel.de/panorama/justiz/ 0,1518,677320,00.html

Was bleibt zu tun? Sich rechtzeitig die richtige Philosophie anzueignen und sich weitgehend zurückzuziehen.

Schon die alten röm. und griech. Philosophen lehrten: Meide die Masse - lebe im Verborgenen.

 

Geheimrat F, Freitag, 12. Februar 2010, 16:36 Uhr

Ich teile viele Ansichten des in der überwiegend links orientierten Presse unbeliebten Herrn Westerwelle. Wenn wir uns im internationalen Vergleich sehen muß Deutschland durch alle sozialen Schichten allgemein beim Arrrrbeiten 2 Takte zulegen. Im übrigen gilt: "zu sozial ist unsozial".

 

Webby, Freitag, 12. Februar 2010, 18:13 Uhr

Na, dann leg' mal zwei Takte zu. Wenn Du kannst!

 

Webby again, Freitag, 12. Februar 2010, 18:19 Uhr

Joe: Es stimmt doch nun wirklich nicht, dass sich in unserem System nichts mehr zum Positiven ändern ließe. Du hast doch gerade - am 4. Februar - das Gegenteil bewiesen, oder etwa nicht? Und noch was: Der von Dir erwähnte viel arrrbeitende Rechtsanwalt, den Du zu Deinen Freunden zählst - handelt es sich dabei vielleicht um unseren Porschefahrer? ;-)

 

O�rakel, Freitag, 12. Februar 2010, 18:50 Uhr

Bushido hat (auch) recht. Einige müssen echt mehr tun. 2 Takte mindestens. Für sich. Und für die Gemeinschaft. Ohne funktionierende Gemeinschaft gibt es keine funktionierenden urologischen Praxen und keine Vital-Center. Und keine Natursteinbetriebe, die Landeshauptstädte oder Nordwände verschönern. Und auch keine Herrenwanderer. Und das wäre schade. Aber jene, die einen von der Gemeinschaft vorgesehenen und vom Volk beschlossenen Schulabschluss (Hauptschule) und eine entsprechende Ausbildung (z. B. Handwerk) aufweisen und dennoch - trotz des geforderten 2-taktigen Engagements - nicht reüssieren? Es sind - so meine ich - mehr, als wir uns vorstellen können und es werden immer mehr. Und die werden nach einer Weile verbittert, frustriert und gar nicht lächelnd am Wegensrand sitzen und den verbleibenden Panamera (u.a.)-Fahrern all das wegnehmen, dessen sie entbehren. Entweder aufgrund parlamentarischer Mehrheiten oder in echt. Umverteilung des Volkseigentums - ihr werdet es noch sehen. Ich wünsche es weder Euch noch mir. See what happens.

 

Joe, Freitag, 12. Februar 2010, 21:55 Uhr

@Webby: den Porschefahrer, den Du da ansprichst, zähle ich lediglich zu meinen Bekannten, nicht zu meinen Freunden. Amicus certus in hora incerta cernitur, und dies trifft sicherlich nicht auf den Panamera-Fahrer zu. Allerdings - so muß ich einräumen - fährt der Freund (!), von dem ich sprach, auch einen Porsche. Derzeit. Er hatte auch schon mal einen Lamborghini und einen Ferrari. Das angenehme an ihm ist, dass es ihm am Ende nicht wirklich was bedeutet. Von ihm würde ich ein "mein Haus, mein Porsche etc." nie hören.

@O'Hara: Es ist eine Frage der Stufe, die Du erreichst, ob Du am Ende lächelst, oder nicht. Manchen ist das vergönnt, anderen nicht. Doch selbst dies ist letztendlich ohne jegliche Bedeutung.

 

S�taatsdiener, Samstag, 13. Februar 2010, 06:13 Uhr

Jedenfalls ermöglicht unser noch so hoffnungsloses System einem jeden von uns (Herrenwanderern), mehr oder weniger zu arrrbeiten und somit sein eigenes Dasein in Frieden und Freiheit aktiv zugestalten, 2 Takte zurückzuschalten, zuzulegen oder ein paar Takte zu musizieren, unabhängig zu richten und ebenso zu reisen, Autos nach Belieben zu leasen oder zu kaufen, (Kassen)Ärzte zu Genesungszwecken und zum Gewichtsverlust aufzusuchen, in eigenen (japanischen) Gärten an einem eigenen Weg zu sitzen und zu lächeln (oder mangels Garten dies sein zu lassen) und dabei die Stufe, die man glaubt erreicht zu haben, selbst zu definieren. So gesehen, ist es doch noch recht viel, was einem dieser sterbende Staat geben kann. Und man muss gar nix dafür tun und kann im Verborgenen leben. Jedenfalls lohnt es sich nicht. Das ist doch prima. Dass es sowas noch gibt. Hier bleib´ ich!

 

Joe, Samstag, 13. Februar 2010, 09:07 Uhr

O'Hara, mein Bester, ich merke, an Dir ist doch ein Politiker verloren gegangen.

Gabst Du einige Beiträge zuvor noch Sätze ab wie: "Die gegenwärtige Politik macht mir Sorge und lässt Enttäuschung, ja fast Wut aufkommen. Je mehr man davon versteht, desto schlimmer wird es..."

lese ich nun:"Das ist doch prima. Das es sowas noch gibt. Hier bleib´ ich!"

Respekt, Respekt, ob solcher Kapriolen. Güido u.a. hätten wahrscheinlich ihre Freude daran. Das ist es, was den Zeitgeist ausmacht: stets flexibel in der Hüfte sein.

Da muss ich doch sehr lächeln :):)

 

O�Hara, Samstag, 13. Februar 2010, 09:55 Uhr

Ich auch....

 

Joe, Samstag, 13. Februar 2010, 11:34 Uhr

Endlich!
(Befreiend, nicht wahr?)

 

Webby, Samstag, 13. Februar 2010, 12:04 Uhr

Die wundersame Verdopplung des lächelnden Mönchs ...

 

Dubai-Daum, Samstag, 13. Februar 2010, 12:30 Uhr

Die Menschen in den aufstrebenden Volkswirtschaften dieser Welt sind bereit, für einen deutlich niedrigeren Lebensstandard deutlich mehr zu arbeiten - und wir können sie nicht daran hindern!!! Dies und sonst nichts setzt uns (und damit jeden Einzelnen) unter Druck, um in einer globalisierten Welt konkurrenzfähig zu bleiben!!!!!

Manch einer muss eben auch seinen (weiteren) Lebensentwurf seinen Möglichkeiten besser anpassen! Die Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion ist dabei angesagt - dann klappt´s auch mit der (Selbst-)Zufriedenheit!!!

Nehmt Euch gefälligst ein Beispiel an BB-Urgestein Franz Bach - der wird 57, hat zwei Herzinfarkte überstanden und pumpt immer noch! Und außerdem verkauft der Druckmaschinen weltweit ... also, wenn das nichts ist?!!

 

Guido W., Samstag, 13. Februar 2010, 14:07 Uhr

Genau! Herr D. bringt es auf den Punkt: mehr arbeiten sollen die faulen Hartz IV-Schweine.

Anton Schlecker macht's vor wie's geht: sämtliche Mitarbeiterinnen der neuen Märkte müssen jetzt für Euro 6,80 brutto die Stunde arbeiten, statt wie bísher für Euro 12,80. Langt doch auch für einen angemessenen Lebensstandard wie z.B. ein Wohnklo einer bekannten Behausung. Und Kinder, wer braucht schon Kinder. Die kosten doch nur.

Ich plädiere dafür, sämtliche markthemmenden Schutzgesetze abzuschaffen und wieder die Zwangsarbeit einzuführen. Irgendwo gibt's immer was zu tun. Wenn z.B. jetzt weniger Fahrzeuge verkauft werden, weil viele sich ein neues nicht mehr leisten können, muß der Überschuß eben verschrottet werden. Das schafft neue Arbeitsplätze.

Das ist es, was ich mir vorstelle: freies Spiel der Kräfte. Eben liberal!

 

Dubai-Daum, Samstag, 13. Februar 2010, 15:19 Uhr

Selbstverständlich: Das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt auch für die Ware Arbeit!!

Solange Anton Schlecker es gelingt, taugliche Mitarbeiterinnen für einen Brutto-Stundenlohn von 6,80 Euro zu rekrutieren, handelt er betriebswirtschaftlich vernünftig!

Solange die Deutsche Bank sich Spitzenmanager vom Schlage eines Jo Ackermann leisten kann, kann sie auch weiterhin als einzige deutsche Bank im Konzert der Global-Player mitspielen - "Leistung aus Leidenschaft!"

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