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Sonntag, 09. Mai 2010, 17:43 Uhr
NRW - das tut weh
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Die Frage nach dem kürzlich präsentierten V10 Quad Turbo hat sich in NRW offenkundig kaum gestellt. Das Land ist wohl noch nicht soweit wie manch einer in Dubai. Spätrömische Anwandlungen, in der Argumentation bisweilen recht Hartz, fier "Leistung muss sich wieder lohnen" - das waren die topoi der Liberalen in Berlin. Sie strahlten aus auf das bevölkerungsreichste Bundesland der Republik und auf eines der wenigen, in denen Ministerpräsidenten nicht nur käuflich, sondern auch zu mieten sind ("Rent a Rüttgers"). Den Rest besorgten die Griechen. Das strahlende Lächeln des Ministers des Äußersten ist der gebotenen Nüchternheit gewichen. Rüttgers, von seinem Seitenhieb auf Rumänien weiter angeschlagen, sieht ähnlich aus. Grundlos siegestrunken die SPD, die ebenfalls verloren hat, es aber mit den GRÜNEN schaffen könnte (19:51 h). Sogar die regierungsunfähigen Linken haben nach Hessen und dem Saarland ein weiteres West-Landesparlament erorbert. Immerhin kann man mit der Wahlbeteiligung zufrieden sein. Gut die Hälfte hat mitgemacht. Das ist echte Demokratie. Was denken die Herrenwanderer über die Zukunft an Rhein und Ruhr und auch in Berlin?
Kommentare:
multi, Sonntag, 09. Mai 2010, 18:47 Uhr
Bin für Dünnschiss Koalition:
Grüne FDP Linke -
da wirds wenigstens lustig.
D�emokrat, Montag, 10. Mai 2010, 05:54 Uhr
Gut gemeint, aber schlecht gerechnet: 12,1% + 6,7% + 5,6% = Dünnschiss, aber keine Mehrheit. Vielleicht klappt´s, wenn man noch die Natur dazu nimmt oder den Rüttgers doch mietet.
Geheimrat F, Montag, 10. Mai 2010, 07:54 Uhr
Finde die Berichterstattung einseitig propagandamäßig lieber O Hara (?) Man kann eine Wahl immer so oder so interpretieren. Wie bekannt hätte ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Es ist leider typisch für Deutschland (und viele westliche Demokatien), daß eine Pat Situation besteht, die die jeweils regierende Partei fast vollständig blockiert.
Linke Titte, Montag, 10. Mai 2010, 08:11 Uhr
Das Patt hilft keinem. Ich bin aber der Meinung, dass in einer Demokratie Bündnisse zwischen allen durch unsere Verfassung zugelassenen Parteien möglich sein müssen. Die etablierten Parteien werden sich daran gewöhnen müssen, auch mit der LINKEN zu koalieren. Ich hätte deshalb gegen eine Koalition zwischen SPD, Grünen und LINKEN nichts einzuwenden. Offenbar ist nicht alles schlecht, was die LINKEN so äußern.
Geheimrat F, Montag, 10. Mai 2010, 08:19 Uhr
Hätte kein Problem damit. Dann müssten die Linken mal in die Regierungsverantwortung. Hätte allerdings die Befürchtung, daß NRW in vielen Dingen von den Nachbarländern überholt würde.
Übrigens ist Herr Westerwelle nicht der Minister des Äußersten (auch wenns ständig wiederholt wird) sondern unser Außenminister.
O�Hara, Montag, 10. Mai 2010, 08:45 Uhr
Ich bedaure, lieber Thomas, dass Zynismus und Sarkasmus bisweilen der einzig noch gangbare Weg sind, die festgestellte politische Praxis zu kommentieren. Der Minister des "Äußersten" war i. Ü. eine damals (1989) charmante Hommage der Satirezeitschrift TITANIC an den früheren Außenminister "Genschman". Der und die FDP hatten sich damals darüber gefreut und noch einen werbewirksamen politischen Benefit erwirtschaftet. Bezeichnend, dass dies jetzt bei Guido nicht mehr der Fall ist. "Er kanns einfach nicht" (U. Priol).
Ich hätte mir auch ein nicht Patt für CDU und FDP gewünscht, aber auch, dass mancher soziale Belang mehr gewichtet wird. Die LINKEN erhalten aus guten Gründen, die von den etablierten Parteien fast schon hochmütig außer Acht gelassen werden, mehr und mehr Zuspruch. Wenn man eine 5. (linke) Kraft aus dem Parteienspektrum fernhalten möchte (zum Schutz der Demokratie oder auch aus Eigennutz), muss man mit dem Wähler anders umgehen. Westerwelle und Rüttgers haben da erkennbare Fehler gemacht. Das Resultat ist bekannt.
Webby, Montag, 10. Mai 2010, 10:05 Uhr
Ich finde es übrigens hilfreich und auch gerecht, dass Herr Rüttgers vom Wähler abgestraft wurde. Es gab da doch einige Ungereimtheiten, die nicht einfach dadurch zu entschuldigen sind, dass Rüttgers der CDU angehört. Und was eine mögliche Regierungsbeteiligung der LINKEN in NRW angeht, da glaube ich, dass die etablierten Parteien Befürchtungen haben, die LINKEN könnten sich am Ende als praxistauglich und bürgernah entpuppen. Diese Befürchtungen sind es, weshalb dauerhaft Berührungsängste geschürt werden. Dann doch lieber weiter aussperren („wir müssen leider draußen bleiben“).
Joe, Montag, 10. Mai 2010, 14:27 Uhr
Ich gebe zwar grundsätzlich immer meinem Blutsbruder recht, stehe aber politisch offenbar eher mit Freund O'Hara im Lager der Zynisten und Sarkarsten.
Zu Güido W. ist in diesem Zusammenhang zu bemerken, daß er es wirklich einfach nicht zu können scheint, was indes abzusehen war.
Das Grundproblem liegt aber ganz woanders. Dies indes nur ansatzweise profund darzustellen und auch mal einen Lösungvoschlag zu machen würde die Beitragskapazität an dieser Stelle eindeutig sprengen.
S�orry, lieber Joe, Montag, 10. Mai 2010, 15:53 Uhr
Gut, dass es wenigstens einen gibt, der das Grundproblem erkannt zu haben glaubt.
Sehr gut, dass es ein Herrenwanderer sein könnte.
Schade, dass dieser seine Erkenntnis nicht in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen versucht.
Banane, Montag, 10. Mai 2010, 18:36 Uhr
SED bleibt SED, auch wenn sie sich anders nennt.
Und von daher finde ich es inakzeptabel mit der Linken zu koalieren.
Geheimrat F, Dienstag, 11. Mai 2010, 07:16 Uhr
Viele anerkannte Politiker haben ihr Amt angetreten un d wurden von der lauernden Presse und den politischen Gegnern klein geredet. Beipielsweise Altbundeskanzler Birne, der in den Medien als tölpelhaft und dümmlich-pfälzisch dargestellt wurde und dem man auch aufgrund schlechter Englischkenntnisse alle Fähigkeiten zur Kanzlerschaft aberkannte. Das Bild von Helmut Kohl sieht heute ganz anders aus. Vielleicht wird sich das bei errn Westerwelle ähnlich entwickeln, schaun mer mal.
O�Hara, Dienstag, 11. Mai 2010, 10:07 Uhr
Das "Bild" von Helmut Kohl als "Kanzler der Einheit" wird letztlich nachhaltig und deutlich relativiert, indem er sein "Ehrenwort", die Namen der Spender nicht zu nennen, über das Recht gestellt hat. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass Westerwelle 16 Jahre Zeit haben wird, sich zu qualifizieren. Die Halbwertzeiten im politischen Überlebenskampf sind zu kurz...
Banana-Webby, Dienstag, 11. Mai 2010, 11:52 Uhr
Auch wenn Bananen aus einer Bananenrepublik kommen, können sie mit der Zeit einen guten Geschmack entwickeln. Ich denke, die LINKEN sollten sich noch offensiver "säubern", dann jedoch haben sie's verdient, dass man sie als Koalitionsalternative ernst nimmt. So funktioniert Demokratie nun mal. Es kann nicht sein, dass in unserem Land eine Partei vom Volk gewählt werden darf (und dann auch gewählt wird) – und dass diese Partei dann von den anderen Parteien ausgegrenzt wird. Das kann nicht im Sinne unserer Verfassung sein. Aber wahrscheinlich sind wir ja mittlerweile auch schon zur Bananenrepublik degeneriert (was gut ist, weil's dann immer genug Bananen gibt. Auch für diejenigen, die die DDR – diese „No banana-republic“ – überlebt haben und jetzt im freien demokratischen Westen leben, in dem es keinen Osten mehr gibt). Alles Banane?
Joe, Dienstag, 11. Mai 2010, 17:49 Uhr
@Bananen-Webby:
Du linke Titte, Du!
@Geheimrat:
ich freue mich, Dir insoweit recht geben zuu können, als das Bild von Birne in den Medien heute anders dargestellt wird, als damals.
Doch die endgültige Bewertung dieses Mannes wird erst zu einer Zeit erfolgen, wo wir uns schon die Radieschen von unten ansehen. Fakt ist, daß er uns - als einer der Treiber des Euro - unsere nunmehrige Beistandspflicht für die Griechen beschert hat. Und was das betrifft, titelt heute nicht nur die Bild-Zeitung, daß wir Deutschen mal wieder die Deppen Europas sind, nein, auch Webby's Weiterleitung eines profunden Briefes weist in diese Richtung.
Ob wir Europa und den Euro wirklich so brauchen, wie es uns unter anderem Kohl verkauft hat, darf bezweifelt werden; auch die Schweiz hat bis jetzt ganz gut ohne diese europäische Einbindung überlebt.
Schluck, Dienstag, 11. Mai 2010, 19:47 Uhr
Birne ist Birne...
und meine Meinung über diesen Typen wird sich nicht ändern.
Daß er mit der Befreiung der DDR terminliches Glück hatte ist sein Verdienst nicht.
Höchstens, dass er nicht alles versemmelt hat.
Allerdings, wer von uns wollte den Anschluß der SBZ denn wirklich?
Ganz ehrlich?
Webby (Analytiker), Mittwoch, 12. Mai 2010, 06:23 Uhr
Dass Du den Anschluss der SBZ nicht wolltest, wundert mich nicht: Aus gutem Grund hattest Du die Befürchtung, dass Dir die ausgehungerten Ossis alle Bananen wegfressen würden, oder?
O�Hara, Mittwoch, 12. Mai 2010, 08:17 Uhr
Dass unser Freund Volker den Anschluss der SBZ (Schlock Banana Zone) an den deutschen Rest bedauert ist klar - der schmerzhafte Verlust einer nahrhaften Pfründe. Ich fand die Wiedervereinigung gar nicht so übel. Immerhin hat sie mir das Land Thüringen näher gebracht.
Dubai-Daum, Mittwoch, 12. Mai 2010, 19:15 Uhr
... dass er sein Ehrenwort über das "Recht" gestellt hat, ehrt ihn !!!
banana, Donnerstag, 13. Mai 2010, 11:22 Uhr
Ihr hab mich durchschaut!
Für eine Banane tu ich alles
O'Hara, Sonntag, 16. Mai 2010, 07:12 Uhr
Unser Dubai-Daum... Scheichheiliger geht's nimmer: Das Ehrenwort über das "Recht"? - ich glaube, da ist ein wenig Nachhilfe in Demokratie nötig. Schon andere haben mit ihrem Ehrenwort leichtfertig gespielt (Dr. Dr. Uwe Uwe Barschel, 1987). Sowas "recht" sich...