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Freitag, 20. August 2010, 07:56 Uhr
Wulff beklagt Politiker-Image
Noch einer, der klagt: Christian Wulff sieht sich im neuen Amt mit seinen schlimmsten Befürchtungen konfrontiert. Das Image von Politikern in Deutschland sei miserabel, klagt der Bundespräsident nun in einem Interview.„Häme, Spott und Misstrauen“ würden ihnen entgegengebracht –„das kann so nicht bleiben“.
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Kommentare:
Geheimrat F, Freitag, 20. August 2010, 11:36 Uhr
Häme Spott und Mißtrauen nehmen auch nach meinem Empfinden in unserer Mediengesellschaft zu. Man fühlt sich selber besser, wenn man die Fehler anderer anprangern kann. Beliebte Buhmänner sind eben auch Politiker. Hiermit muß ein Bundespräsident umgehen können. Er sollte es sich zur Aufgabe machen dieses Problem zu analysieren und etwas dagegen zu unternehmen.
Wir haben auch jede Menge Bedenkenträger, die jede Initiative tot reden bevor Sie gestartet werden kann und die nur das Negative erkennen. Auch ein hervorragendes Aufgabengebiet für einen Bundespräsidenten.
O�Hara, Samstag, 21. August 2010, 17:37 Uhr
"Häme, Spott und Mißtrauen" - beim Befund sind wir uns sicher einig. Die Ursachen freilich sind zu diskutieren. Sinkende Wahlbeteiligung, Demokratieverdrossenheit und fehlendes Zutrauen. Das sind die Tatsachen. Die Ursachen hierfür setzen nicht allein und nur begrenzt die Medien. Es sind die Betroffenen selbst, die von den medialen Zwängen, denen sie sich selbst ausliefern, eingeholt werden. Bloggs im Netz ("Wir in NRW"), steigende Transparenz in der Information, Online-Reaktionen im Minutentakt. Abgeordnetenwatch.de at its best.
Es sind im Übrigen nicht nur Bedenkenträger, die eine Initiative totreden. Politik weiß ganz genau, wie Medien funktionieren. Auch fatale politische Fehler kann man durch ein angepasstes Timing und Beharrungsvermögen folgenlos erscheinen lassen. Und Medien lassen sich bestens interessengerecht einsetzen. "Cui bono?" ist die stets richtige Kontrollfrage. Die Bedenken tragenden profitieren bisweilen vom totreden einer Sache am meisten, wenn nicht dieser Vorschlag realisiert wird, sondern sich der eigene Plan B umsetzen lässt.
O�Hara, Samstag, 21. August 2010, 19:01 Uhr
Ach ja, Image. Das (vom Bundespräsidialamt natürlich bewußt freigegebene) Foto zeigt eine neue Generation Bundespräsident. Mit seiner jungen, blonden, langbeinigen und tätowierten Zweitfrau, die das jüngtste Staatsoberhaupt der Republik - ganz nach dem Vorbild Carla Bruni - um die Höhe ihrer Absätze überragt. Das Küssen freilich muss medial optimiert werden. Allzu sinnlich (oben rechts) darf es nicht sein. Ein Bundespräsident, der sich in Krisenzeiten irdischen Gelüsten hingibt? Dessen bedarf es nicht. Aber diese emotionslosen zusammengebissenen Lippen (oben links) sind nun auch nicht das Wahre. Es mutet an, als schlüge der BPräs eine mentale Brücke zur Begrüßung einer Delegation osteuropäischer EU-Anwartschaftler. "Druschba" (= Freundschaft). Und Nasdrowje natürlich. Aber, man(n) kann ja mal was verwechseln.
Geheimrat F, Montag, 23. August 2010, 06:56 Uhr
Viel Sinnlichkeit kann eich auch nicht entdecken, soweit sehen wir das ähnlich (übrigens gehe ich auch weitgehend mit den restlichen Aussagen der letzten beiden Beiträge konform). Aber emotionslose, zusammengebissene Lippen scheint mir fehlinterpretiert. Die Mundwinkel gehen nach oben, also eher ein Lächeln trotz geschlossener Lippen. Etwas verkrampft vielleicht - aber verbissen? Eigentlich Zeitvergeudung darüber nachzudenken aber die unterschiedlichen Interpretationen lassen auf die jeweilige innere Einstellung der Beobachter zur beurteilten Person schließen.
Webby, Montag, 23. August 2010, 08:06 Uhr
Stimmt. Die Mundwinkel gehen nach oben. Eindeutig. Find' ich gut.