Mittwoch, 18. Juni 2008, 16:20 Uhr
Drei Monate Haft für Schulverweigerer
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Weil es seine Kinder nicht zur Schule schickt, muss ein Ehepaar aus (= Tippfehler, Nachtrag d. Red.) ) drei Monate hinter Gitter (unser Archivbild zeigt Stuttgart Stammheim im "Deutschen Herbst", 1977). Das Kasseler Landgericht verurteilte die sogenannten "Schulverweigerer von Herleshausen" zu der Haftstrafe ohne Bewährung. Zuvor gab es schon fruchtlose Geldstrafen. Beide würden "dauernd und hartnäckig" ihre Kinder von der Schule fernhalten, deshalb sei die Haftstrafe unumgänglich. Die Eltern unterrichten ihre Kinder aus religiösen Gründen ohne Erlaubnis zu Hause, weil der Lehrstoff in öffentlichen Schulen mit ihrem Weltbild unvereinbar sei ("Home-Schooling"). Beide kündigten bereits an, die schulpflichtigen ihrer sieben Kinder auch weiter nicht auf öffentliche Schulen schicken zu wollen.
Bedenkt bei der Antwort, dass die Hessische Verfassung in Art. 56 Abs. 1 Satz 1 die allgemeine Schulpflicht postuliert. Ob hierbei Martin Luther mit seiner ersten Forderung zur allgemeinen Beschulung von Kindern 1524 oder das Reichsschulpflichtgesetz von 1938, das verständiger Weise aus anderen, eher "völkischen" Erwägungen den Schulbesuch vorschrieb Pate standen, bleibt offen.
Herrenwanderer, schweigt nicht: Sagt Eure Meinung!
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Dienstag, 17. Juni 2008, 13:36 Uhr
Wert der Freundschaft
von Franz Grillparzer (1791–1872)
So feurig, unverfälscht und rein,
wie unsers Vaterlandes Wein,
muss Freundschaft sein; fest muss sie halten,
wenn auch des Schicksals Mächte schalten;
Sie kann uns Seligkeit bereiten,
selbst wenn wir mit dem Unglück streiten,
und nimmer reizt selbst Krösus Gold
den Glücklichen, dem sie ist hold;
er wird nicht nach dem Glücke laufen,
um das sonst Menschenkinder raufen,
und wenn die Freunde Freund ihn grüßen,
kann keine Unbild ihn verdrießen.
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Montag, 16. Juni 2008, 12:08 Uhr
1 x Lachen = 20 Minuten Joggen
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In Anbetracht der„dicken Luft“ die sich derzeit im Forum der Herrenwanderer breit macht, möchte der Webmaster noch einmal daran erinnern, dass sich der Mensch vom Tier durch die Gabe des Humors wohltuend unterscheidet. Leider schützt das niemanden davor, die Gefühle seiner Mitmenschen durch lustig gemeinte (und vielleicht auch etwas vorschnell verfasste) Beiträge zu verletzen (man weiß ja auch nie so genau, in welcher Gemütslage sie beim Adressaten ankommen).
Tröstend und zuversichtlich hingegen stimmt die Tatsache, dass die Herrenwanderer bislang immer in der Lage waren, Stürme im Wasserglas zu vermeiden und nicht etwa unnötig zu Tornados anschwellen zu lassen. Der Webmaster ist sicher, dass dies auch diesmal so sein wird. Mit anderen Worten: Wir sollten Missverständnisse im Keim ersticken – und frohgemut nach vorne blicken!
... wäre ja noch schöner, wenn uns durch aufgeblähte Animositäten das Lachen im Halse stecken bliebe. Denn: Lachen ist gesund, einmal Lachen bringt soviel wie 20 Minuten Joggen. Lachen lockert die Muskeln, befreit aufgestaute Emotionen und setzt Glückshormone frei. Kinder lachen laut wissenschaftlichen Untersuchungen rund 400 Mal am Tag, Erwachsene nur noch 15 Mal (sofern sie überhaupt noch was zu lachen haben). Deshalb bitte ich darum, sofort bilaterale Gespräche aufzunehmen und atmosphärische Störungen zu beseitigen. Schon jetzt ist allen Beteiligten die überbordende Dankbarkeit des Mediators gewiss.
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Montag, 16. Juni 2008, 09:10 Uhr
Neues zum Outing des„Insiders“
Da guckt er dumm aus der Wäsche, unser„Insider“. Er ist – nach monatelangen Recherchen – endlich enttarnt und muss sich jetzt vor dem gestrengen„Herrenwanderer“-Tribunal (Vorsitz: Richter und Ministeranwärter O’ Hara) verantworten. Er wird – mit anderen Worten – zur Rrrrrechenschaft gezogen (unser Foto zeigt ihn unmittelbar vor der Festnahme).„Ob blond, ob BRAUN, ich liebe alle Frau‘n“ ... es werden andere Sprüche nötig sein, um den Mann mit dem Hammer zur Gnade zu bewegen. KEINER von uns möchte jetzt in der Haut des„Insiders“ stecken. Und obwohl irgendwie Mitleid aufkeimt: Die Gerechtigkeit geht vor. Da hilft nur ein guter Anwalt – und es kann nur einen geben, der unserem„Insider“ jetzt noch helfen kann (doch ob der Zeit hat, steht in den Sternen ...).
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Freitag, 13. Juni 2008, 13:22 Uhr
Endlich wissen wir’s!
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Der neueste Fall für Myron Bolitar: Vor Jahren beendete ein folgenschwerer Unfall die aktive Basketballkarriere von Myron Bolitar; doch inzwischen hat er sich eine neue Existenz aufgebaut. Daher ist seine Verblüffung groß, als ihn ein NBA-Manager anheuern will - jedoch nicht als Spieler: Bolitar soll als Insider das Verschwinden des Stars der Mannschaft ermitteln. Dieser Auftrag führt ihn allerdings nicht nur zur dunklen, ja lebensgefährlichen Kehrseite des Spitzensports, sondern auch in seine eigene Vergangenheit. Und Bolitar muss erkennen, dass manche Wunden nie heilen ...
„Harlan Coben ist ein Thriller-Gott!“
Bild am Sonntag
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Freitag, 13. Juni 2008, 07:39 Uhr
Vorsicht, Paraskavedekatriaphobie!
Opfer der Paraskavedekatriaphobie, wie die Freitag-der-Dreizehnte-Furcht medizinisch heißt, müssen heute wieder zittern und vorsorglich Termine absagen. Denn Schlock war wieder unterwegs und hat im ganzen Land Bananenschalen ausgelegt, damit die Mär vom bösen Freitag auch weiter überlebt.
Nach der alten Zahlensymbolik ist die Zahl 13 eine„übersteigerte Zwölf“. Die Zwölf repräsentiert die göttliche, kosmische und jahreszeitliche Ordnung. Denkt nur mal an die zwölf Monate eines Jahres oder an die zwölf Apostel. Die 13 bringt diese Ordnung durcheinander. Im Volksmund wird sie deshalb auch als das„Dutzend des Teufels“ bezeichnet. Trotzdem gilt die 13 nicht überall als Unglückszahl.
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Im Zusammenhang mit der 13 wird heute oft der Freitag genannt. Er hatte schon immer eine größere Bedeutung im Volksglauben. An einem Freitag wurde Christus ans Kreuz genagelt. Am Freitag geborene Kinder galten früher als Unglückskinder. Ein so genanntes Freitagsjahr, ein Jahr das an einem Freitag beginnt, galt als unglücklich. Genauso wie der Freitagsmonat, ein mit einem Freitag beginnender Monat.
Die 13 und der Wochentag (Freitag) hatten früher übrigens nichts mit einander zu tun. Denn ihre Symbolgeschichten verliefen getrennt. Sie waren nicht ausschließlich negativ besetzt und hatten bis fast bis in die Neuzeit nichts miteinander zu tun. Weder in den historischen Quellen noch in Märchen oder Sagen des deutschsprachigen Raums tauchen Freitag und der Dreizehnte gemeinsam auf.
Erst im späten 19. Jahrhundert wurden die beiden zu einem Negativereignis verbunden. Jetzt hieß es, wenn bei Tisch 13 Personen sitzen, so sterben noch im selben Jahr die erste und letzte Person. Vermutlich geht dieser Aberglaube auf den Bericht der Bibel zurück, dass beim letzten Abendmahl Jesu 13 Personen am Tisch saßen. Der Verräter Judas erhob sich als erster und verübte später Selbstmord.
Mit der Entstehung der Massenmedien verbreitete sich das Phänomen vom„schwarzen Freitag“ immer schneller. Der amerikanische Börsenkrach von 1927 begann zwar schon an einem Donnerstag, verknüpfte sich aber im allgemeinen Bewusstsein mit dem Freitag, der ein Dreizehnter war. Hochkonjunktur bescherte dem Datum der Flug der Apollo 13 im Jahr 1970. Das Raumschiff trug nicht nur die Unglückszahl, es startete auch an einem Freitag.
Seitdem ist Freitag, der Dreizehnte, ein unerschöpfliches Medienthema, Titel für Horrorfilme und Stoff für moderne Unglückslegenden. Auch ein passendes Brauchtum bildet sich bereits: Freitag, der Dreizehnte, ist ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren.
Dabei wird„Freitag, der 13.“ in Sachen Unfallpech seinem schlechten Ruf überhaupt nicht gerecht. Laut einer statistischen Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern ereigneten sich 1995 an Freitagen zwar generell etwa 20 Prozent mehr Unfälle. Der 13. Januar und der 13. Oktober, die damals auf Freitage fielen, lagen jedoch mit 37 und 52 Unfällen unter dem ermittelten Durchschnitt von 55.
[ Senf dazu ]
Donnerstag, 12. Juni 2008, 04:18 Uhr
Mal etwas nicht nur für Cineasten...
Heute ist es wieder soweit: Deutschland: Kroatien. Zur Einstimmung vielleicht eine kleine Retro-Reise in die frühen vierziger Jahre?
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Ein rührender Film über Sportkameraden und Mädchen. Die (echte) Nationalmannschaft wurde sogar in Agfacolor aufgenommen. Die im Film gespielten Lieder lassen natürlich wieder herrenwanderliche Hoffnungen keinem. "Und dann: Hinein!" (hä, hä...) sowie "Was macht die Fußballbraut am Sonntagnachmittag?" (jeweils Musik von Michael Jary) lassen reichliche Assoziationen zu. Übrigens interessant: Laufzeit bei Kinoprojektion (24 Bilder/Sekunde) = 84'48''; Laufzeit bei Fernsehprojektion (25 Bilder/Sekunde) = 81'24''. Ach ja, und der Insider, wo bleibt er denn nur?
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Dienstag, 10. Juni 2008, 11:50 Uhr
Sprung auf, marsch, marsch: Fußball ist unser Leben!
Sportkameraden! Nach dem 2:0 Blitzsieg über Polen (mit den Doppelagenten Klose und Podolski (geb. in Gleiwitz [sic!]) stehen mit Kroatien und Österreich die nächsten Herausforderungen an. Der Deutsche Sturm ist gefragt, denn nur vorne kann man Tore schießen.
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Unser Bild zeigt einen Mittelstürmer in den Tarnfarben der Deutschen Elf beim Einmarsch in den gegnerischen Strafraum. Mit Blick darauf, dass Deutschland gegen Jugoslawien 1941 in elf Tagen gewonnen hatte (allerdings nicht im Fußball...), dürften 90 Minuten am Donnerstag für die frühere Teilrepublik Kroatien ausreichen. Und die Zwoackerl am Montag drauf, di schloag’n mer allemoal. Die Revanche für das von der "Ostmark" 1938 nach dem Anschluss gewonnene "Verbrüderungsspiel" steht halt immer noch aus...
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Freitag, 06. Juni 2008, 08:32 Uhr
Jetzt kommt der Ball ins Spiel ...
Bevor am Wochenende die EM beginnt, hier einige exklusive Informationen für die geschätzten Herrenwanderer, die in ihrer Jugend ja auch so manchem Ball (und Rock) hinterhergerannt sind. Das Wichtigste zuerst: Die Italiener mögen zwar Weltmeister sein, aber für die EM stellen sie das älteste Aufgebot aller Teilnehmer. Den jüngsten Kader nimmt Russland mit nach Österreich und in die Schweiz.
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Hohes Durchschnittsalter
Die Kader der 16 Teilnehmer und alle 368 Spieler stehen jetzt fest, also lassen sich erste Vergleiche ziehen. Die Mannschaft von Roberto Donadoni ist mit einem Durchschnittsalter von 29,57 Jahren die erfahrenste Mannschaft, dahinter folgt die Schweiz mit einem Altersdurchschnitt von 29,35. Ganze drei Jahre geringer ist mit 26,26 Jahren das Durchschnittsalter von Guus Hiddinks russischem Kader. Auch Jakob Kuhn setzt vermehrt auf junge Akteure und kommt auf einen Schnitt von 26,39. Der Mittelwert des gesamten Turniers beziffert sich auf 27,60.
Jung und alt
Kuhn ist der einzige Trainer, der einen Teenager mit zur EM nimmt: Eren Derdiyok ist im Alter von 19 Jahren der jüngste Akteur der Endrunde, allerdings feiert der Stürmer vom FC Basel am 12. Juni, einem Tag nach dem Spiel gegen die Türkei, seinen 20. Geburtstag und ist dann genauso alt wie Portugals Rui Patrício und das kroatische Duo Ivan Rakitić und Nikola Kalinić. Der Titel des ältesten Spielers der EM geht an Österreichs Ivica Vastic (38), der 42 Tage länger auf der Welt ist als Deutschlands Schlussmann Jens Lehmann.
Geburtstagskinder
Derdiyok ist nicht der einzige Spieler, der während der EM seinen Geburtstag feiert. Insgesamt 25 Spieler dürfen sich zwischen dem 7. und 29. Juni darauf freuen, Kerzen auf einem Kuchen auszupusten. Als erstes ist Kroatiens 30-jähriger Hrvoje Vejić an der Reihe, der beim Auftaktspiel der Gruppe B gegen Österreich am 8. Juni seinen großen Tag hat. Am Endspieltag selbst hat keiner Geburtstag, doch Österreichs Torhüter Ramazan Özcan von der TSG 1899 Hoffenheim wird tags zuvor 24 Jahre alt.
Bundesliga stellt die meisten Spieler
Die Premier League hat in diesem Jahr zwar beide Finalisten der UEFA Champions League gestellt, die meisten Akteure bei der EM verdienen ihr Geld jedoch in der Bundesliga. Insgesamt 56 Spieler stehen in Deutschland unter Vertrag, während englische Vereine aufgrund der verpassten Qualifikation der englischen Nationalelf "nur" 44 Akteure zur EM schicken. Von den spanischen Klubs sind 40 Profis mit dabei, die italienische Liga stellt 35 Akteure und aus Russland sind 29 Spieler dabei.
Bayern vorne mit dabei
Allerdings kommen die zwei Vereine, welche die meisten Spieler zur EM schicken, aus völlig verschiedenen Ländern. Olympique Lyonnais und Panathinaikos FC stellen je zehn Akteure, allein sieben Profis von Lyon stehen im Kader von Frankreich. Europameister Griechenland vertraut derweil auf sechs Akteure von Panathinaikos. Auch der FC Bayern München und Galatasaray AS sind mit je neun Profis reichlich vertreten. Werder Bremen, Real Madrid CF und FC Barcelona haben je acht EM-Fahrer unter Vertrag.
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Dienstag, 03. Juni 2008, 12:26 Uhr
Wahnsinn im„Wanfrieder Hof“
Noch herrscht eine friedliche Idylle im„Wanfrieder Hof“ dem beschaulichen Hotel mit Tradition und familiärer Atmosphäre. Doch die ruhigen Zeiten werden bald vorbei sein, denn im September dürfte es hoch hergehen im Haus der Familie Rexrodt, das neben einem Biergarten auch eine Kegelbahn aufzuweisen hat: Die Herrenwanderer haben sich angesagt, um im Herbst sowohl die Umgegend als auch die Stadt der„Brombeermänner“ näher in Augenschein zu nehmen. Natürlich kommen die Herrenwanderer genau richtig, denn 2008 hat Wanfried seit 400 Jahren die Stadtrechte inne. Das gilt es nicht nur juristisch zu beleuchten, sondern auch gebührend zu feiern. Wenn das kein Grund zur Vorfreude auf die wahnsinnige Wanfried-Werra-Tour ist ...
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